Heizlüfter: Schnelle Wärme in kleinen Räumen

Heizlüfter sind kleine Geräte mit Netzanschluss, die zum Erwärmen von kleinen Räumen gut genutzt werden können. Sie stellen demnach eine Form der Elektroheizung dar. Für größere Räume sind sie weniger geeignet, da sie dafür in der Regel nicht genügend Leistung besitzen. Sie sind ideal für Einsätze überall dort, wo keine Heizung installiert ist und auch nicht beabsichtigt ist, da die Zeiträume zu kurz sind, in denen Heizwärme benötigt wird. Ebenso sind sie eine optimale Lösung für Räume, wo eine offene Flamme nicht in Frage kommt wie im Wintergarten oder Gewächshaus. Korrekt angewendet, bieten Heizlüfter eine hohe Sicherheit und Komfort.

Aufbau und Funktionsweise von einem Heizlüfter

Heizlüftgeräte sind kleine, kompakte Aggregate, die problemlos von einem Ort zum anderen gebracht werden können. Sie sind sehr leicht und meist mit praktischen Tragegriffen ausgestattet. Ein Heizlüfter besteht aus vier Komponenten: 

  • Gebläse mit Motor
  • Gehäuse
  • Heizeinheit
  • Netzanschluss

Jeder Heizlüfter ist mit einem Sicherheitsschalter ausgestattet, durch welchen dieser bei Wärmestau und Überhitzung automatisch ausschaltet wird. Ein einfaches Potentiometer (ein elektrisches Widerstandsbauelement) kann zusätzlich eine Regelung des Luftstroms und der erzeugten Temperatur ermöglichen. Auch können moderne Heizlüfter mit einem Thermostat ausgestattet sein. Mit diesem halten sie eine einigermaßen konstante Temperatur im Raum. Vor allem bieten diese Modelle den Vorteil, dass Sie die eigene Wunschtemperatur einstellen können.

Effizientes Heizen mit dem Heizlüfter

Ein Heizlüftgerät ist für den Dauerbetrieb eher ungeeignet. Wie jede elektrisch betriebene Heizung, ist das Heizen mit einem Heizlüfter auf Dauer sehr teuer. Die Betriebskosten sind in etwa vier mal so hoch, wie mit einer Gasheizung oder Ölheizung. Jedoch müssen diese effizienteren Heizsysteme erst einmal installiert werden. Hier hat der Heizlüfter eindeutig den Pluspunkt auf seiner Seite: Es wird einfach in die nächste Steckdose eingesteckt und schon kann es in Betrieb genommen werden. Die vergleichsweise schwache Leistung der elektrischen Heizlüften macht diese jedoch für größere Räume weniger geeignet. 

Ein effizientes Heizen mit dem Heizlüfter geschieht deshalb idealerweise in einem geschlossenen, kleinen Raum. Je besser der Raum isoliert ist, desto höher ist die Wirkung. In Kabinen und anderen geschlossenen, kleinen Räumen ist dieses elektrische Heizgerät zusätzlich dadurch vorteilhaft, dass es im Betrieb keinen Sauerstoff verbraucht wie andere dezentrale Wärmeerzeuger, die Wärme über eine Verbrennung erzeugen. Eine Frischluftzufuhr ist daher beim Betrieb des Heizlüfters nicht notwendig.

Füße liegen vor einem Heizlüfter
© Jürgen Fälchle / Fotolia

Richtiger Umgang mit dem Heizlüfter

Der Heizlüfter muss "atmen" können. Es darf weder abgedeckt, noch zu nahe an einer Wand aufgestellt werden. Der Luftstrom des Gebläses muss ungehindert durch das Gerät hindurch strömen können, sonst ist ein Wärmestau unvermeidlich. Im besten Fall schaltet das Gerät ab, bevor ein Schaden entsteht. Textilien auf den Heizgeräten haben in der Vergangenheit nicht selten zu Schwelbränden geführt. Zudem verhindern Wäschestücke oder andere Gegenstände auf einem Heizlüfter die optimale Verteilung der warmen Luft im Raum. ein Heizlüfter ist kein Wäschetrockner und sollte dementsprechend nicht zweckentfremdet werden, um für Sicherheit und eine optimale Wärmeverteilung zu sorgen.

Darüber hinaus sollte der Heizlüfter nur so eingesetzt werden, wie es in den Betriebsanweisungen vorgeschrieben ist. Es darf keinesfalls in der Nähe von brennbaren Materialien oder Flüssigkeiten aufgestellt sein. Hydraulik- oder Kraftstoffleitungen können in der Nähe von Heizlüftern sehr gefährlich werden. Ebenso müssen Papier, Baumwolle, Plastikfolie oder andere brennbare Festmaterialien hinreichend weit vom Gebläse entfernt gelagert oder abgelegt werden.

Zum Wäschetrocknen sind Heizlüfter nur bedingt geeignet

Der Heizlüfter muss dazu sicher und gerade stehen. Wenn er liegend aufgestellt werden soll, muss die Betriebsanweisung dies erlauben und es muss hinreichend viel Abstand zwischen der Ventilatoröffnung und dem Untergrund sein. Möchte man beispielsweise mit einem externen Heizlüftergerät sein Auto enteisen, stellt man es am besten in den Kofferraum bei entfernter Hutablage. Dort steht es gerade und weit genug entfernt von Polstern. Kippt das Heizluftgebläse auf dem Vorder- oder Rücksitz um, entsteht schnell ein Wärmestau. Im besten Fall schaltet das Gerät schnell genug ab. Häufig entsteht aber eine unschöne Verschmorung im Sitz, vor allem bei älteren Modellen. Schlimmstenfalls entsteht ein Brand.

Zum Wäschetrocknen sind die Geräte deshalb nur bedingt geeignet. Zwar spricht nichts dagegen, feuchte Textilien auf einen Stuhl oder Wäscheständer zu hängen und ihre Trocknung durch einen Heizlüfter zu beschleunigen. Doch auch in diesem Fall muss das Gerät ausreichend weit entfernt von den Textilien entfernt sein. Ein Zuhängen des Lüfters mit feuchten oder nassen Textilien ist verboten. Neben dem Wärmestau kann in diesem Fall auch eindringende Feuchtigkeit einen Kurzschluss verursachen.

Alternativen zum Heizlüfter

Heizlüfter erreichen nur eine relativ schwache Heizleistung. In kleinen Räumen können damit knappe 20 Grad Celsius erreicht werden. Garagen oder größere Räume werden bei kalten Außentemperaturen mit diesen Geräten nur schwach erwärmt. Hier sind Heizstrahler mit Gasbetrieb deutlich wirkungsvoller. Neben der höheren Wirkung haben Heizstrahlgeräte mit Gasbetrieb auch deutlich geringere Betriebskosten. Doch auch hier ist die Isolierung des Raums ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit des Heizgerätes. Grundsätzlich ist ein gewissenhaftes Dämmen stets einer aufwändigen Heiztechnik vorzuziehen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Der Heizlüfter hat seinen festen Platz in der Auswahl der Heizgeräte. Sein Einsatz ist in vielen Fällen sinnvoll, etwa als Zusatzheizung in einem kleinen Raum. Für einen Dauergebrauch sollten besser andere Heizmöglichkeiten zum Einsatz kommen. Denn ein dauerhafter Betrieb geht mit je nach Leistung hohen Kosten einher aufgrund des teueren Stroms.

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