Heizkörper elektrisch betreiben: teuer, aber mit Vorteilen

Elektrische Heizkörper sind aus verschiedenen Gründen interessant. Einerseits sehen sie ziemlich futuristisch und modern aus. Sie stellen gegenüber klassischen Heizkörpern definitiv einen attraktiveren Blickfang dar. Andererseits ist aber nicht zu vernachlässigen, dass sie zahlreiche praktische Nachteile haben. Betrieben werden sie immer mit Strom. Das ist ein Manko, denn der laufende Betrieb ist in der Regel deutlich teurer als bei vergleichbaren, fest installierten Heizsystemen.

Warum kommen Heizkörper elektrisch betrieben überhaupt zum Einsatz?

In der Regel rückt ein Heizkörper mit elektrischem Betrieb erst dann in den Fokus, wenn die klassischen Heizkörper in den ausgewählten Räumen nicht existieren. Möglich ist das beispielsweise im Bad, wo bereits eine Fußbodenheizung existiert. Soll hier sporadisch einmal für etwas mehr Wärme gesorgt werden, empfehlen sich elektrische Badheizkörper. Diese lassen sich flexibel aufstellen, werden nur bei Bedarf angemacht und nehmen kaum Platz weg. Denkbar ist das auch, wenn Handtücher oder einzelne Wäschestücke schneller getrocknet werden sollen.

Industrieheizer werden oft als Heizkörper elektrisch betrieben

Elektrische Heizkörper sind vielseitig einsetzbar

Passivhäuser nutzen ebenfalls teilweise ergänzend Heizkörper, die elektrisch betrieben werden. Hier ergibt sich nur ein sehr geringer aktiver Wärmebedarf, weshalb ein komplettes Heizsystem üblicherweise gar nicht erst installiert wird. Falls dann an besonders eisigen Tagen im Winter zusätzlich geheizt werden soll, geht das mit den elektrischen Heizkörpern komfortabel und schnell. Diese sind in der Regel so kompakt gestaltet, dass Sie sie frei positionieren können. Am Morgen vor dem Bett, zur Mittagszeit am Schreibtisch und am Abend vor der Couch - haben Sie einen kleinen elektrischen Heizkörper, steht der immer genau da, wo Sie ihn brauchen.

Welche Heizkörper, die elektrisch betrieben werden, gibt es eigentlich?

Vier Gerätetypen bestimmen den Markt. Das sind Infrarotheizungen, Konvektoren, Radiatoren und Flächenspeicherheizungen. Alle vier haben eine große Gemeinsamkeit, denn sie kosten in der Anschaffung nur sehr wenig, dafür im Verbrauch aber mehr. Teuer wird es vor allem, wenn der Heizkörper elektrisch dauerhaft betrieben wird. Wie viel genau das kostet, hängt immer vom aktuellen Strompreis ab, welcher sich zudem regional unterscheidet.

Wer Heizkörper elektrisch nutzen möchte, sollte also umso mehr auf einen möglichst günstigen Stromtarif achten. Ein Radiator mit 1.500 Watt Leistung kann einen gewöhnlichen Raum warmhalten. Bei einem achtstündigen Betrieb und einem Preis von rund 30 06Cent pro Kilowattstunde wäre das im Monat schon etwa 320 Euro Heizkosten. Diese hohen Kosten sind nur für wenige Haushalte dauerhaft tragbar.

Jeder Gerätetyp hat seine Vor- und Nachteile

Radiatoren und Konvektoren sind Direktheizer und ideal für das Beheizen einzelner Räume. Konvektoren erhitzen mittels elektrischer Energie eine Flüssigkeit im Inneren und geben die Wärme ab. Anders funktioniert es bei der Infrarotheizung, denn Konvektion wird hier kaum genutzt. Stattdessen erhitzen diese Infrarotstrahlen alles, was sie im Raum treffen - darunter Decken, Möbelstücke und den Boden. Ähnlich also, wie normale Sonnenstrahlen.

Bei großen Räumen muss die Infrarotheizung entsprechend viel Fläche offerieren. Anderenfalls dauert es zu lange, bis der Räume die erhofften Temperaturen erreichen. Elektrische Flächenspeicherheizungen bieten sich besonders gut für einzelne Räume an. Diese Speichereinheiten arbeiten aber nur dann effizient, wenn man schon am Vortag weiß, wie viel Wärme man am nächsten Tag verbrauchen wird. Sonst laden sie sich zu wenig auf, dann bleibt es frisch. Oder sie laden sich zu stark auf und verbraucht dann unnötig Geld.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Es gibt genügend Situationen, in denen Heizkörper elektrisch genutzt werden können. Ganz den Stellenwert von klassischen Heizsystemen erreichen diese aber dennoch nicht, dafür sind sie im dauerhaften Betrieb schlicht zu teuer. Daher empfehlen sich Heizkörper elektrisch genutzt vor allem punktuell und sporadisch, wo besonders Infrarotheizungen eine sehr angenehme und sogar für Allergiker bestens geeignete Wärme erzeugen.

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