Förderung der Elektroheizung: Gibt es Geld vom Staat?

Ob es eine Förderung für Elektroheizungen gibt, beschäftigt viele Hausbesitzer, die alte und teure Nachtspeicherheizungen durch moderne Infrarotsysteme ersetzen möchten. Letztere arbeiten sparsamer und sorgen zudem für ein hohes Wärmewohlbefinden. Wir gehen der Frage auf den Grund und zeigen, was eine Infrarotheizung ausmacht und wann sich die Elektroheizung auch ohne Förderung lohnen kann. 

Keine Förderung der Elektroheizung von KfW oder BAFA

Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt der Staat hohe Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Erhältlich sind die Mittel für viele Sanierungsarbeiten, wie etwa den Einbau einer neuen Umweltheizung. Eine Förderung der Elektroheizung gibt es aktuell allerdings nicht. Der Grund: Mit dem Ende 2019 beschlossenen Klimapaket hat die Regierung zahlreiche Maßnahmen eingeführt, die den CO2-Ausstoß senken sollen. Darunter zum Beispiel die attraktive Förderung erneuerbarer Energien. Während es dabei für Hybridheizungen, Biomassekessel oder Holzheizungen Zuschüsse von bis zu 45 Prozent gibt, können Hausbesitzer keine Förderung der Infrarotheizung beantragen. Denn immer dann, wenn die Technik Strom aus dem Netz bezieht, ist sie mit einem sehr hohen CO2-Ausstoß verbunden. Zum Vergleich: Während bei der Verbrennung von Erdgas rund 202 Gramm CO2 pro Kilowattstunde entstehen, hat Strom aus dem Netz (Strommix) einen CO2-Faktor von 537 Gramm CO2 pro Kilowattstunden. (Quelle: BAFA Merkblatt zu den CO2-Faktoren).

Förderung der Infrarotheizung von Herstellern

Hausbesitzer müssen dennoch nicht auf eine Förderung der Infrarotheizung verzichten. Denn in vielen Regionen bezuschussen Hersteller den Austausch alter Heizsysteme durch die moderne Technik. Die Förderangebote sind dabei in unterschiedlicher Höhe und auch nur zeitlich begrenzt verfügbar. Hier lohnt es sich also, bei einem Anbieter in der Region nachzufragen.

Elektroheizung: Förderung für viele Nebenarbeiten

Die Installation einer elektrischen Heizung ist meist unkompliziert. Stecker einstecken und schon kommt die Wärme im Raum an. Oft sind allerdings Arbeiten an der Elektroanlage erforderlich. Wer dazu einen Handwerker beauftragt (dringend zu empfehlen), kann die entstehenden Lohnkosten steuerlich geltend machen. Für diese Nebenkosten der Elektro- oder Infrarotheizung gibt es dabei eine Förderung von bis zu 1.200 Euro im Jahr. Denn 20 Prozent der angegebenen Handwerkerkosten von bis zu 6.000 Euro jährlich zieht das Finanzamt von der Einkommensteuerlast ab. Wie die Förderung der Elektroheizung zu beantragen ist, erklären wir im Beitrag Handwerkerkosten absetzen.

Förderung der Elektroheizung mit Scheinen und Münzen
© Superingo – stock.adobe.com 

Die Vorteile und Nachteile der Elektroheizung 

Eine Infrarotheizung überträgt Wärme wie die Sonne in Form von Wärmestrahlung. Sind die Heizelemente großflächig am Boden, an der Wand oder an der Decke angebracht, sorgen sie für ein besonders hohes Wärmewohlbefinden. Neben der thermischen Behaglichkeit haben die Systeme aber einen weiteren Vorteil: Genau wie mit einer Fußbodenheizung oder einer Wandheizung, lassen sich die Raumtemperaturen mit einer Infrarotheizung ohne Komforteinbußen absenken. Das sorgt für geringere Wärmeverluste und einen niedrigeren Energieverbrauch. Vorteilhaft sind außerdem die sehr einfache Installation und die Tatsache, dass viele elektrische Heizsysteme wartungsfrei arbeiten.

Die besondere Elektroheizung hat aber auch Nachteile. So sind die Heizkosten mit dem Bezug von Netzstrom sehr hoch. Kostet eine Kilowattstunde Gas heute rund sechs Cent, liegt der Preis für Strom bei etwa 30 Cent pro Kilowattstunde. Wer 15.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, zahlt damit rund 3.600 Euro mehr für die Stromheizung. Selbst bei einem um zehn bis 20 Prozent geringeren Strombedarf liegen die Mehrkosten noch immer bei über 2.800 Euro im Jahr. Die günstigen Anschaffungskosten sind dabei sehr schnell vergessen.

Infrarotheizung ohne Förderung: Lohnt sich das? 

Ja. Auch ohne Förderung für Elektroheizungen kann sich die Technik lohnen. Und zwar in drei konkreten Fällen:

  • als Übergangsheizung in nicht dauerhaft beheizten Gebäuden
  • als Zusatzheizung für eine zentrale Heizungsanlage
  • als Alleinheizung in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage

Infrarotheizung ohne Förderung als Übergangs- und Zusatzheizung

Ob im Gartenhaus oder im Hobbykeller: Immer dann, wenn die Heizung nur sporadisch und auch nur für eine kurze Zeit erforderlich ist, können elektrische Heizsysteme ihre Vorteile ausspielen. Denn sie sind sehr günstig in der Anschaffung und einfach zu installieren. Bei geringen Nutzungszeiten halten sich auch die Betriebskosten in Grenzen.

Elektroheizung: Alleinheizung in Verbindung mit der Photovoltaik

Aber auch als alleiniges Heizsystem in dauerhaft beheizten Häusern kann sich die Infrarotheizung lohnen. Und zwar immer dann, wenn der Strom aus einer Photovoltaikanlage mit groß dimensioniertem Stromspeicher kommt. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um ein besonders energiesparendes Haus handelt. Je kleiner die Heizlast ist, umso weniger muss die Infrarotheizung leisten. Photovoltaik und Speicher lassen sich kleiner auslegen und die Anschaffungskosten sinken spürbar. Beispielanlagen arbeiten heute auf das ganze Jahr gerechnet zu etwa 60 Prozent autark. Sie beziehen nur 40 Prozent des Strombedarfs aus dem konventionellen Netz.

Lukrativ ist das Konzept mit einer sogenannten Stromcloud oder einer Energiegemeinschaft. Dabei nimmt ein Anbieter die im Sommer erzeugten Stromüberschüsse auf, um elektrische Energie im Winter zu besonders günstigen Konditionen anzubieten.

Neben niedrigen Heizkosten haben Hausbesitzer auch ohne Förderung der Elektroheizung viele Vorteile von einem solchen System:

  • geringe Anschaffungskosten
  • minimale Wartungskosten
  • keine Kosten für den Schornsteinfeger
  • zuverlässige Heiztechnik
  • geringe CO2-Emissionen
  • Schonung fossiler Ressourcen

Das heißt: Auch ohne Infrarotheizung-Förderung kann sich die elektrische Heiztechnik lohnen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Vom Staat gibt es aktuell keine Förderung der Elektroheizung. Grund dafür ist der hohe CO2-Ausstoß, der mit der Erzeugung von Netzstrom verbunden ist. Aber auch ohne Förderung kann sich eine Infrarotheizung lohnen. So zum Beispiel als Übergangs- oder Zusatzheizung. Als Alleinheizung kommt die Technik in energieeffizienten Neubauvorhaben zusammen mit der Photovoltaik und einem Stromspeicher zum Einsatz. 
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