Flachheizkörper - Arten, Funktion und Kosten

Flachheizkörper zeichnen sich vor allem durch ihre flache und minimalistische Bauweise aus. Es gibt sie in zahlreichen Größen, Ausführungen und Preisklassen, sodass sie in der Praxis sehr häufig zum Einsatz kommen. Welche Arten von Heizkörpern es gibt, wie sie im Detail funktionieren und mit welchen Anschaffungskosten zu rechnen sind, lesen Sie in diesem Beitrag. 

Verschiedene Arten von Flachheizkörpern

Wie der Name es bereits erahnen lässt, verfügen Flachheizkörper über eine sehr geringe Bautiefe. Bei einigen Modellen misst diese gerade mal sechs bis sieben Zentimetern, wodurch die Flachheizkörper kaum als solche auffallen. Hinsichtlich der Breite und der Länge haben sich Standardgrößen durchgesetzt. So gibt es die klassischen Flachheizkörper in nahezu jedem Baumarkt zu kaufen. Wer ein bestimmtes Maß sucht, für den bieten zahlreiche Hersteller maßgeschneiderte Lösungen an. Am einfachsten ist es, einen Installateur zu kontaktieren. Dieser kennt den Markt und kann auch den Kauf sowie die Montage übernehmen. Im Optimalfall gewährt der Händler bei großen Bestellungen sogar einen Mengenrabatt.

Flachheizkörper haben nicht immer eine glatte Oberfläche

Neben den Maßen kommt es bei Flachheizkörpern vor allem auf das Aussehen an. Entgegen der Annahme vieler Verbraucher verfügen solche Heizkörper nicht immer über eine plane Oberfläche. Auch geriffelte bzw. profilierte Modelle zählen zu der Familie der Flachheizkörper. Daneben gibt es noch feuerverzinkte Modelle, die rostunempfindlich sind. Sie kommen vor allem in Räumen zum Einsatz, in dem stets eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Wer farbliche Akzente setzen möchte, kann das dank zahlreicher Varianten problemlos realisieren. Flexibel ist auch die Anbringung. So sind die Anschlüsse für die Rohrleitungen wahlweise unten oder seitlich. Das Thermostat lässt sich ebenfalls links oder rechts einbauen.

Die Vor- und Nachteile zusammengefasst

Die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten und die glatte Oberfläche sind nur zwei von vielen Vorteilen der Flachheizkörper. Daneben gibt es aber auch Faktoren, die gegen den Kauf sprechen. Die Vor-und Nachteile von Flachheizkörpern im Überblick.

Die Vorteile von Flachheizkörpern

  • Viele Größen im Handel erhältlich
  • Preiswert in der Anschaffung
  • Die Oberfläche lässt sich leicht reinigen
  • Verhältnismäßig einfache Montage
  • Bieten dank zahlreicher Varianten individuelle Gestaltungsmöglichkeiten
  • Kommen mit niedrigen Systemtemperaturen aus
  • Erzeugen größtenteils Strahlungswärme, die von Menschen als angenehm empfunden wird

Die Nachteile von Flachheizkörpern

  • Konvektoren lassen sich nur schwer reinigen
  • Sie können Gerüche verursachen und Staub aufwirbeln

Ein Zimmer mit einem kaum sichtbaren Flachheizkörper
© pbombaert | Fotolia

Wie Flachheizkörper funktionieren

Technisch gesehen unterscheiden sich moderne Flachheizkörper nicht von ihrem klassischen Gegenstück, den Gliederheizkörpern. Im Innern zirkuliert das Heizwasser und gibt seine Wärme an die Platten ab. Diese erwärmen sich allmählich und geben die thermische Energie in Form von Strahlungs- und Konvektionswärme an den Raum ab. Das Strahlungsverhältnis beträgt in etwa 90:10. Das bedeutet, die Flachheizkörper erwärmen überwiegend die umliegenden Gegenstände und nur zu einem geringen Teil die Luft. Hat das Heizwasser seine Wärme abgegeben, strömt es abgekühlt zurück zum Heizkessel und der Kreislauf kann wiederholt werden.

Moderne Flachheizkörper für niedrige Vorlauftemperaturen

Ein wesentlicher Unterschied zwischen modernen Flachheizkörpern und klassischen Gliederheizkörpern ist ihre Baugröße oder genauer gesagt ihre Bautiefe. Flachheizkörper haben ein kleineres Volumen und reagieren dementsprechend schneller auf geänderte Temperaturwünsche als die voluminöseren Gliederheizkörper. Baubedingt ist die Heizleistung bei modernen Flachheizkörpern kleiner, dafür kommen sie gut mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Das macht sie besonders für moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Brennwertkessel interessant. In der Praxis werden sie auch häufig als Niedertemperatur-Heizkörper eingesetzt.

Die Typenbezeichnungen bei Flachheizkörpern

Wie bereits erwähnt, gibt es Flachheizkörper in unterschiedlichen Größen, Ausführungen und Leistungsbereichen. Vor allem die Heizleistung lässt sich schnell anhand der Typenbezeichnung abschätzen. So hat ein Flachheizkörper Typ 11 weniger Heizleistung als ein Modell mit der Bezeichnung 33. Die beiden Ziffern stehen für die Anzahl der verbauten Komponenten. Dabei gibt die erste die Anzahl der verbauten (sichtbaren) Heizplatten an und die zweite die Anzahl der (nahezu unsichtbaren) Konvektoren bzw. Lamellen. Es gilt: Je mehr Platten und Konvektoren, desto höher ist die Heizleistung der Flachheizkörper.

Das Bild zeigt typische Flachheizkörper mit deren Typenbezeichnung. 

Die Kosten für Flachheizkörper

Wie bei vielen Produkten lässt sich die Kostenfrage auch nicht pauschal beantworten, wenn Sie neue Heizkörper kaufen möchten. Neben der Baugröße und der Leistung beeinflussen auch die Hersteller, die Menge und nicht zuletzt die Montage den genauen Preis für einen Flachheizkörper. So gibt es beispielsweise Modelle mit 50 x 40 Zentimeter und 218 Watt bei 75/65/20 sowie 113 Watt bei 55/45/20 für weniger als 40 Euro zu kaufen. Die Zahlenkombination steht übrigens für Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur und Sollraumtemperatur. Zum genannten Preis kommen noch die Kosten für eventuelles Zubehör wie:

  • einen Absperrhahn
  • eine Aufhängungslasche oder
  • einen Ventilsatz

Nicht zuletzt verlangt ein Handwerker für die Montage im Schnitt einen Stundensatz von 50 bis 60 Euro. Gegebenenfalls kommen noch Fahrtkosten hinzu. Um einen oder mehrere möglichst passende Flachheizkörper zu bekommen, empfiehlt es sich, einen Heizungsfachmann zu kontaktieren.

Flachheizkörper mit Fördermitteln kaufen

Wer lediglich für einen kleinen Raum neue Heizkörper benötigt, kann mit Kosten in überschaubarer Höhe rechnen. Bei der Modernisierung eines kompletten Hauses bzw. beim Neubau können die Kosten mit zunehmender Anzahl an Heizkörpern aber schnell ansteigen. Abhilfe schafft hier staatliche Hilfe in Form von zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Konkret erhalten Antragsteller mit dem Programm 152 Darlehen mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5 Prozent.

Alternativ dazu können sie auch den Zuschuss in Höhe von zehn Prozent über das Programm 430 beantragen. Voraussetzung für den Erhalt der Fördersumme ist, dass der Antrag zusammen mit einem Energieberater und noch vor der Umsetzung der Arbeiten bei der KfW eingereicht sein muss. Eine Übersicht über die für Hausbesitzer und Sanierer wichtige Förderprogramme finden Sie auch im Beitrag "KfW-Zuschuss für die Heizung".  

Bildergalerie: Welche Heizkörper-Typen gibt es?

Heizkörper prägen nach wie vor das Bild eines jeden Zimmers. Es gibt sie in eckigen, flachen, lamellenartigen oder runden Formen. Manchmal sind sie auch nahezu unsichtbar für die Augen eines Besuchers. Wir stellen Ihnen im Folgenden die gängigsten Heizkörperarten vor. 

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Moderne Flachheizkörper haben die alten Gliederheizkörper nahezu verdrängt - zumindest in sanierten Altbauten und Neubauten. Sie sind schmal, reagieren schneller auf geänderte Temperaturwünsche und kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Da macht sie interessant für effiziente Heizsysteme wie Brennwertgeräte und Wärmepumpen. Bei der Anschaffung mehrerer Geräte lohnt es sich, die staatliche Fördermittel zu beantragen.  

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