Elektroheizung als Speicherheizung: Alle Typen und Systeme

Elektroheizungen werden meistens als Direktheizungen eingesetzt. In Form von einem Heizstrahler oder einer Infrarotheizung bieten sie eine schnelle Erwärmung in kleinen Bereichen an. Neben der Direktheizung gibt es auch die Speicherheizung als Elektroheizung. Die bekanntesten dieser Art sind die Nachtspeicheröfen und Radiatoren. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen mobilen und fest installierten Systemen.

Fest installierte Systeme als Speicherheizung

Fest installierte Speicherheizungen werden an eine Wand montiert. Sie haben als Speichermedium in der Regel einen Festkörper. Dieser besteht aus Schamotte oder Naturstein. Diese mineralischen Speichersteine benötigen zwar einige Zeit, bis sie auf Betriebstemperatur sind – dafür strahlen sie nach dem Ausschalten der Stromzufuhr noch nach. Ein komfortables Heizen eines Raumes mittels Konvektorströmung ist mit den fest installierten Systemen gut herstellbar.

Speicherheizung an einer Wand unter dem Fenster

Speicherheizung mit Schamotte

Bei Speicherheizungen mit Schamottekern werden gebrannte Ziegel als Speichermedium verwendet. Diese Heizungen sind gemeinhin als Nachtspeicheröfen bekannt. Sie waren in den 1950er Jahren eine willkommene Alternative zu den damals noch verbreiteten Öl- und Holzbrennern, die direkt in den Wohnungen betrieben wurden.

Speicherheizung mit Naturstein

Moderne Dünnschicht-Elektroheizungen sind als Infrarotstrahler auch als Speicherheizungen verfügbar. Bei diesen wird die Heizmatte an einer Marmor- oder Schieferplatte aufgeklebt. Ihre Speicherwirkung ist zwar nicht so groß wie bei den Schamottekern-Heizungen, jedoch sind sie sehr dekorativ.

Mobile Systeme als Speicherheizung

Mobile Elektroheizungen mit Speichermedium werden als „Radiatoren“ vertrieben. Sie haben aufgrund der Gewichtsersparnis und komfortablen Handhabung eine Flüssigkeit als Speichermedium. Früher war normales Wasser als Füllmedium für mobile Speicherheizungen üblich. Dabei wird aus Gründen des Frostschutzes das Wasser mit Glykol versetzt. Die Wasserfüllung ist heute durch Spezialöle weitestgehend verdrängt. Dennoch sind beide Systeme heute noch im Einsatz.

Speicherheizung mit Ölfüllung

Ölgefüllte Radiatoren haben den Vorteil, dass sie keine innere Korrosion haben. Das Öl wirkt nicht nur als Speichermedium, sondern auch als Rostschutz. Sie haben aber den Nachteil, dass sie im vollen Füllzustand geliefert und nicht nachgefüllt werden können. Theoretisch ist eine Ölnachfüllung Sache des Kundendienstes. In der Regel wird aber der Neukauf empfohlen. Dies ist aufgrund der günstigen Preise für diese Heizungen die bessere Wahl.

Öl-Elektro-Radiatoren werden als Flachheizkörper oder als Rippenheizkörper geliefert. Flachheizkörper haben eine große Strahlfläche und nur eine geringe Ölfüllung. Darum werden sie mitunter zu den Direktheizungen gezählt. Rippen-Radiatoren sehen aus wie eine normale, ältere Wandheizung mit ausgeprägter Rippenstruktur. Da sie wesentlich voluminöser als Flachheizkörper sind, werden sie nur in kleinen Bauformen geliefert. Sie würden sonst zu schwer werden.

Speicherheizung mit Wasserfüllung

Radiatoren mit Wasserfüllung haben als Hauptargument die ökologische Unbedenklichkeit. Sie werden als „Ölfeie Öko-Radiatoren“ beworben. Bei diesen ist eine eigene Nachfüllung mit Wasser und Glykol in der Regel möglich. Genaue Auskunft gibt die Bedienungsanleitung. Wasser gefüllte Radiatoren sind ebenfalls nur als Kleinheizkörper verfügbar, da sie sonst zu schwer und zu unhandlich würden.

Vor- und Nachteile der Speicherheizung

Vorteile der Speicherheizung

Speicherheizungen als Elektroheizung sind preiswert in der Anschaffung. Normale, mobile Radiatoren sind schon ab 35 Euro im Handel erhältlich. Für 70-100 Euro erhält man bereits größere Geräte, mit denen sich auch ein Raum aufheizen lässt. Speicherheizungen zur Wandmontage kosten ähnlich viel, benötigen aber einen professionellen Elektriker zur Montage. Ihre Leistungsaufnahme ist sehr groß, weswegen sie in der Regel an einen separaten Stromkreis angeschlossen werden. Elektro-Speicherheizungen sind wesentlich preiswerter in Kauf und Montage als eine normale Zentralheizung. Als Infrarot-Naturstein-Kombination sind sie zudem sehr dekorativ.

Elektro-Speicherheizungen sind sehr sicher. Korrekt angewendet, geht von ihnen keinerlei Brandgefahr aus. Das unterscheidet sie von den Elektro-Heizstrahlern, welche durch ihren rot glühenden Heizstab einen großen Sicherheitsabstand benötigen. Flüssigkeitsbetriebene Radiatoren sind zudem vollkommen unempfindlich bei direkter Abdeckung. Das Trocknen von nassen Textilien durch Auflegen auf einen Radiator ist deshalb in der Regel unproblematisch. Vorsicht aber bei Festkern-Speicherheizungen: Eine Nachtspeicherheizung erlaubt in der Regel keinerlei Abdeckung.

Nachteile der Speicherheizung

Wie alle Elektroheizungen sind Speicherheizungen allerdings sehr teuer im Unterhalt. Für ein normal gedämmtes Haus mit 100qm Wohnfläche können bei reinem Elektro-Heizbetrieb knapp 3.000 Euro an Heizkosten entstehen. Das macht sie als durchgängig verwendetes Heizsystem unwirtschaftlich.

Sinnvoller Einsatz der Speicherheizung

Die niedrigen Preise für mobile Radiatoren machen sie zu idealen Notfall-Heizungen. Falls die zentrale Heizung einmal ausfällt, kann ein vorhandener Radiator noch für einen ausreichenden Wohnkomfort sorgen.

In Gewächshäusern, Ställen und Wintergärten sind Elektro-Speicherheizungen gut als „Frostwächter „einsetzbar. Sie sorgen dafür, dass bei extremen Minusgraden die eingelagerten Pflanzen und Tiere nicht durchfrieren. Ihr Haupteinsatzgebiet sind aber wenig genutzte Räume: Ferienhütten, Gartenhäuser oder Kellerräume können mit einer Elektro-Speicherheizung kurzfristig komfortabel geheizt werden. Wenn sich aber eine längerfristige oder dauerhafte Nutzung abzeichnet, sollte über ein wirtschaftlicheres Heizsystem nachgedacht werden.

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