Elektrische Fußbodenheizung: ein Klassiker in vielen Häusern

Die Fußbodenheizung mit Strom ist vor allem in Wohnhäusern sehr beliebt. Denn die gleichmäßige, flächendeckende Ausstrahlung der Wärme vom Fußboden aus sorgt für ein angenehmes, jedoch nicht zu schweres oder trockenes Klima in Wohnräumen oder Bädern. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die elektrische Fußbodenheizung zudem nach insgesamt zwei Prinzipien: als (Teil-)Speicher- oder Direktheizung.

Arten und Aufbau der elektrischen Fußbodenheizung

Teilspeicherheizungen arbeiten ausschließlich mit dem gespeicherten Nachtstrom. Sie zählen aber eher zu den Auslaufmodellen. Vor allem da längst keine derartige Nachtstrom-Tarifvielfalt mehr existiert, wie das noch vor einigen Jahren oder gar einem Jahrzehnt der Fall war. Wesentlich häufiger wird die elektrische Fußbodenheizung als eine Direktheizung betrieben. Auch wenn sich Name und einzelne Details zwischen den beiden Optionen unterscheiden, bleiben die Grundzüge doch erhalten. Und das unabhängig davon, ob Sie eine Direkt- oder eine Speicherheizung verwenden.

Aufbau und Verlegung

Die elektrische Fußbodenheizung wird unmittelbar unter dem Fußboden verlegt. In Frage kommen dafür unter anderem Laminat, Parkett oder Fliesen. Unter diesem Belag befinden sich dann Heizkabel, welche die Elektrizität in die Heizmatten übertragen. Eine Alternative zu den Heizmatten sind die Heizfolien. Die Elektrizität sorgt dann dafür, dass die Matten beziehungsweise Folien erhitzt werden, wodurch diese die Wärme nach „oben“ abgeben. Sie strahlt also über den Fußbodenbelag in den Raum aus. Da sowohl Heizmatten als auch Heizfolien üblicherweise weitläufig unter dem Fußboden integriert werden, kommt es zu einem sehr gleichmäßigen Ausstoß der Wärme. Wichtig ist hier allerdings, dass unter den Heizelementen eine entsprechend professionelle Dämmung vorhanden ist, damit nicht ein Großteil der Wärme ins Erdreich verloren geht.

Verlegung einer Elektrischen Fußbodenheizung

Teilspeicherheizungen

Teilspeicherheizungen besitzen einen höheren Aufbau, da der Estrich zugleich eine Aufgabe als lokaler Wärmespeicher inne hat. Sie arbeitet mit dem etwas günstigeren Nachtstrom. Nachteile zeigen sich vor allem während des Tagesverlaufs. So wird über Nacht viel günstiger Strom eingespeist, wodurch sie am Morgen noch sehr warm ist, zum Abend hin aber kontinuierlich Wärme verliert. Bis sich der Speicher in der Nacht schließlich wieder auffüllt und der Kreislauf erneut beginnt.

Direktheizungen

Direktheizungen besitzen, aufgrund des mangelnden Speichers, einen wesentlich niedrigeren Aufbau. Sie nutzen sowohl Nacht- als auch Tagstrom. Der Fußbodenbelag lässt sich auf die Heizträger entweder aufkleben oder kann frei schwimmend untergebracht werden. Für die elektrische Fußbodenheizung sind Direktheizungen heutzutage das Mittel der Wahl.

Elektrische Fußbodenheizung: die Vor- und Nachteile im Überblick

Wie immer bei Heizungssystemen, besitzt natürlich auch die elektrische Fußbodenheizung klare Vorzüge und ebenso eindeutige Nachteile.

Vorteile der elektrischen Fußbodenheizung

Zu den Vorteilen gehört unter anderem, dass diese sich relativ einfach verlegen lässt. Aufgrund der geringen Aufbauhöhe sind spätere Renovierungsarbeiten keine Hürde, die Kosten halten sich ebenfalls in einem überschaubaren Rahmen. Da keine direkten Heizkörper genutzt werden, sondern die bereits erwähnten Folien und Matten, müssen keine Rohre gelegt werden. Durch die weitläufige Verteilung entsteht eine angenehm gleichmäßige Strahlungswärme. Wartungen sind nahezu überflüssig, ebenso wie Kamine oder Schornsteine.

Nachteile der elektrischen Fußbodenheizung

Als Nachteil muss gelistet werden, dass die vom Fußboden ausstrahlende Wärme bei einigen Menschen für Unbehagen sorgen kann. Sie eignet sich nicht bei Durchblutungsstörungen oder einer Historie von Krampfadern. Zudem ist die elektrische Fußbodenheizung natürlich vom aktuellen Strompreis abhängig – dieser verzeichnet in den letzten zehn Jahren eine klar steigende Tendenz. Speicherheizungen sind zudem sehr hoch angesiedelt, was sich negativ auf die Wärmeentwicklung und spätere Sanierungen auswirken kann. Zudem strahlt die Wärme, anders als bei lokalen Heizkörpern, weniger stark in andere Räume aus. Stattdessen besitzt sie einen relativ geraden Verlauf nach oben. Als einzige Heizung ist eine elektrische Fußbodenheizung nur dann empfehlenswert, wenn Sie ein Niedertemperaturhaus oder eine ausgesprochen gute Dämmung besitzen. Klassische Heizkörper geben nach wie vor mehr Wärme ab.

Abgrenzung zur Fußbodenheizung mit Warmwasser-Betrieb

Die elektrische Fußbodenheizung reagiert schneller als mit warmen Wasser betriebene Fußbodenheizungen. Sie besitzen zudem eine geringere Aufbauhöhe als Direktheizung, da keine Rohre verlegt werden, und sind außerdem sehr robust und langlebig. Nachteile zeigen sich vor allem in der dauerhaften Nutzung. Die mit Warmwasser betriebene Fußbodenheizung ist hier günstiger als die elektrische Fußbodenheizung, weshalb diese auch nur höchst selten als einziges Heizelement genutzt wird. Bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung besteht zudem immer das Risiko von Wasserschäden oder gefrorenen Rohren, wenn Räume für längere Zeit unter der Minimaltemperatur bleiben.

Deshalb müssen mit warmen Wasser betriebene Fußbodenheizungen entweder in die Haftpflicht- oder mindestens die Hausratversicherung aufgenommen werden. Die elektrische Fußbodenheizung ist hingegen nicht versicherungspflichtig. Für die elektrische Fußbodenheizung empfiehlt es sich zudem immer, aufgrund des daraus resultierenden hohen Stromverbrauchs, die Anbieter zu vergleichen, um einen möglichst geringen Preis pro Kilowattstunde zu erzielen.

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