Bodenheizung: Arten, Vor- und Nachteile

Die Bodenheizung bringt thermische Energie über die Fußböden in den Raum ein. Sie überträgt Heizwärme überwiegend in Form sonnengleicher Strahlung und sorgt so für ein besonders wohliges Gefühl. Das Vorbild der modernen Heizlösung stammt übrigens aus dem Römischen Reich. Denn damals ließen Baumeister erwärmte Luft in Kanälen unter dem Fußboden zirkulieren, um die darüberliegenden Räume zu erwärmen. Bis heute hat sich die Technik jedoch deutlich weiterentwickelt. Wie sie funktioniert und welche Arten der Bodenheizung sich inzwischen unterscheiden lassen, erklären wir in den folgenden Abschnitten. 

Diese Arten der Bodenheizung gibt es

Grundsätzliche unterscheiden Experte bei der Bodenheizung wasserführende und elektrische Systeme. Erstere bestehen aus schlanken Rohrleitungen im Fußbodenaufbau, die vom Kessel erwärmtes Heizungswasser durch die Böden leiten. Die Wärme geht anschließend an die darüberliegenden Räume über und sorgt so mit sonnengleicher Wärmestrahlung für eine hohe thermische Behaglichkeit

Elektrische Systeme zur Bodenheizung bestehen hingegen aus Heizmatten, die sich direkt unter dem Bodenbelag verlegen lassen. Die Matten bestehen dabei aus elektrisch leitenden Materialien. Werden diese von Strom durchflossen, erwärmen sie sich und geben thermische Energie an die Räume ab.

Eine Bodenheizung verbaut unter Laminat
© panthermedia.net / ronstik

Die Warmwasser-Bodenheizung

Die Warmwasser-Fußbodenheizung gibt es heute als Nass- und Trockensystem. Bei einem Nasssystem werden die Heizungsrohre unter dem Estrich verlegt. Der sogenannte Heizestrich wird anschließend in flüssiger Form darüber vergossen. Er umschließt die Rohrleitungen und leitet die Heizwärme an den Raum weiter. Da der Estrich selbst eine hohe Masse hat, wirkt er ebenso als Energiespeicher. Das heißt: Er nimmt die Heizwärme zunächst auf, bevor er diese an den Raum abstrahlt. Die Bodenheizung wirkt auf diese Weise auch dann noch, wenn die Zentralheizung längst aus ist. Das Aufheizen dauert dafür jedoch etwas länger. Ein Grund, aus dem Experten bei der Bodenheizung von einem trägen Heizsystem sprechen. 

Trockensysteme unterscheiden sich bei der Bodenheizung dahingehend, dass die Rohre über dem Estrich und sehr nah unter dem Bodenbelag liegen. Ein Vorteil ist hier, dass sich dadurch die Aufbauhöhe reduziert. Die Systeme reagieren schneller. Sie lassen sich in kürzerer Zeit verlegen und sind darüber hinaus auch leichter. So eignen sie sich unter anderem auf wenig belastbaren Holzdecken von Altbauten.

Die elektrische Bodenheizung

Eine elektrische Bodenheizung wird häufig genutzt, weil sich der Einbau als sehr einfach gestaltet. Sie reagiert schnell und ist zudem verhältnismäßig günstig in der Anschaffung. Eine Wartung ist bei dieser Variante in der Regel überflüssig, was unter anderem die langfristigen Kosten reduziert. Auf die können Bewohner nicht nur mit ihrem Verbrauch Einfluss nehmen. Wer sich bewusst um einen möglichst günstigen Stromanbieter bemüht, kann die laufenden Kosten der mit Strom versorgten Bodenheizung erheblich senken.

Übrigens: Müssen Hausbesitzer außerplanmäßig die Bodenheizung sanieren, ist es bei der elektrischen Variante wesentlich unkomplizierter als bei der wasserführenden Ausführung.

Vor- und Nachteile der Bodenheizung

Die Vor- und Nachteile können sich geringfügig unterscheiden, je nachdem welches System gewählt wurde. Ein großer Vorteil sind im Winter natürlich immer die warmen Füße sowie die relativ gleichmäßige Wärmeverteilung. Befinden sich klassische Heizkörper fest an einer Wand, reicht der Boden mitsamt der Bodenheizung durch den gesamten Raum. So empfinden viele das Raumklima angenehmer, als mit konventionellen Heizkörpern. Allergiker und Asthmatiker profitieren außerdem von einem weiteren Vorteil: Eine Bodenheizung wirbelt keinen Staub auf und ist daher sehr verträglich. Wer komplett auf die konventionelle Heizkörperheizung verzichten möchte, muss zudem keine unschön anzusehenden Heizelemente in den Räumen ertragen.

Eine Fußbodenheizung eignet sich nicht für alle Räume

Geht es um die Kosten für Einbau und Reparaturen, zeigt die Fußbodenheizung Nachteile. Während wasserführende Systeme bei der Anschaffung höhere Ausgaben verursachen, gehen elektrische Systeme mit höheren Verbrauchskosten einher. Nachteilig ist außerdem, dass sich die Bodenheizung nicht überall lohnt. So kann es passieren, dass sie Räume mit sehr großer Heizlast nicht allein auf die gewünschten Temperaturen bringen kann. Für Abhilfe sorgt hier die Kombination mit einer konventionellen Heizkörperheizung. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die Bodenheizung wird oftmals mit "Luxus" und "Komfort" verbunden. Kalte Füße gehören mit ihr definitiv der Vergangenheit an. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität beim Einbau, da mehrere Varianten möglich sind. In Deutschland ersetzt sie konventionelle Heizkörper aber nur dann, wenn der energetische Zustand der Gebäude gut ist.
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