Die Schamotte: Wärme speichernde Steine

Die Schamotteheizung ist eine Variante der Elektroheizung, welche ihren Namen aufgrund der Schamotte im Inneren der Heizung trägt. Weiterhin kommen die Wärme speichernden Steine aber auch in einigen Speicherheizungen zum Einsatz. So zum Beispiel als Auskleidung in Öfen und Kaminen. Wir erklären, was Schamotte eigentlich ist und welche Vorteile das Material bietet. 

Was genau ist eine Schamotte und wofür dient sie?

Der Begriff Schamottekern steht stellvertretend für einen feuerfesten Stein. Dieser stammt aber nicht unmittelbar aus der Natur, sondern wird stattdessen künstlich produziert. Das ist wichtig, da Hersteller seine Eigenschaften dabei sehr genau beeinflussen können. Die Aufgabe dieses feuerfesten Steins ist es, die Wärme aufzunehmen und für einige Zeit zu bevorraten. Anschließend gibt das Material die thermische Energie dann langsam wieder ab. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass Öfen, Kamine und elektrische Speicherheizungen sehr schnell wieder abkühlen. Stattdessen kann die Heizung noch einige Zeit lang weiter den Raum erwärmen. Wenn auch nicht in einem solchen Maß, als wäre sie tatsächlich in Betrieb.

Der Schamottekern kommt vor allem bei der Schamotteheizung, einer Variante der elektrischen Heizung, zum Einsatz. Darüber hinaus verwenden Ofen- und Kaminbauer das Material, um die Feuerräume auszukleiden. In handwerklich gesetzten Kachelöfen lassen sich sogar die Abgaszüge aus Schamotte mauern. 

Häufige Verwechslung: Alle feuerfesten Steine wären Schamotten

Im Volksmund hat es sich vielmals eingebürgert, pauschal alle feuerfesten Steine als "Schamotte" zu bezeichnen, auch wenn das genau genommen falsch ist. Feuerfeste Steine können auch aus anderen Baustoffen und mit anderen Produktionsverfahren hergestellt werden. Zum Beispiel Glaskeramik, welches ebenfalls häufig genutzt wird, wenn auch nicht im Zuge von Heizsystemen.

Mitunter wird auch der traditionelle Speckstein als Schamotte bezeichnet. Jedoch ist auch das nicht richtig. Speckstein kam früher tatsächlich häufiger in Heizsystemen zum Einsatz, da auch dieser die Wärme konservieren kann. Ein Beispiel dafür ist der Specksteinofen. Dabei handelt es sich um einen Kamin, der mit dem natürlichen und Wärme speichernden Material umhüllt ist.

Glühbirnen als Symbol für die Erklärung der Schamotte
© panthermedia.net / Faithie

Vorteile der Schamotte in der Praxis

In der Praxis besticht die Schamotte mit zahlreichen Vorteilen. So hält der Baustoff ausgesprochen hohen Temperaturen stand, solange diese einen Maximalwert von 1.400 Grad Celsius nicht übersteigen. Weiterhin lassen sich seine physikalischen Eigenschaften durch die künstliche Produktion sehr genau beeinflussen, was die volatilen Faktoren reduziert, welche bei Steinen aus der Natur immer existieren. Trotz der künstlichen Produktion gilt Schamotte als ausgesprochen preiswert. Dadurch ergeben sich zugleich viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Gebieten.

Neben der hier angesprochenen Form der Elektroheizung und der Komponente im Inneren einer Heizung, kann der Baustoff auch in einem Kachelofen oder einem Kamin zum Einsatz kommen. Zuletzt ist er aufgrund seines hohen Widerstandes gegenüber sehr hohen Temperaturen auch bestens als Pizzastein geeignet. Zumal das Material und dessen Zusammensetzung keinerlei Gefährdung der Gesundheit darstellen.

Vorwiegend bleibt sein Einsatz in der Heizungstechnik aber innerhalb der Grenzen des Wärmespeichers. Da Schamotte ausgesprochen robust ist und das auch sein muss, findet in der Regel schlimmstenfalls ein minimaler Verschleiß statt. In der Regel muss der Kern frühestens nach rund zehn Jahren ausgetauscht werden. Dann steht mitunter aber schon ein kompletter Ersatz des Heizungssystems an.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Bei der Schamotte handelt es sich um künstlich hergestellte Steine, die auch bei sehr hohen Temperaturen nicht kaputt gehen. Sie können Wärme aufnehmen und lange bevorraten. Aus diesem Grund kommen Sie zum Beispiel in Elektroheizungen, Kaminen oder Öfen zum Einsatz.
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