Die Schamotte als Kern der Elektroheizung

Die Schamotteheizung ist eine Variante der Elektroheizung, welche ihren Namen aufgrund der Schamotte im Inneren der Heizung trägt. Weiterhin kommt diese Komponente aber auch noch in einigen Speicherheizungen zum Einsatz. Sie erfüllt eine wichtige Aufgabe, allen voran spart sie langfristig Energie, da sie speichernde Eigenschaften besitzt.

Was genau ist eine Schamotte und wofür dient sie?

Der Begriff Schamottekern steht stellvertretend für einen feuerfesten Stein. Dieser stammt aber nicht unmittelbar aus der Natur, sondern wird stattdessen künstlich produziert. Das ist wichtig, da auf diese Weise sein Anteil an Aluminiumoxid variabel festgelegt werden kann. In der Regel bewegt sich dieser in einem Spektrum zwischen 10 und 45 Prozent. Die Aufgabe dieses feuerfesten Steins ist es, die erzeugte Wärme für einige Zeit zu konservieren und dann langsam abzugeben. Somit wird verhindert, dass es direkt zu einer vollständigen Abkühlung kommt. Stattdessen kann die Heizung noch einige Zeit lang weiter den Raum erwärmen. Wenn auch nicht in einem solchen Maß, als wäre sie tatsächlich angeschaltet.

Der Schamottekern kommt vor allem bei der Schamotteheizung, einer Variante der elektrischen Heizung, zum Einsatz. Aufgrund der wärmespeichernden Eigenschaften wird er aber auch gern bei einer Speicherheizung genutzt. Wird mit Nachtstrom als Rohstoff gearbeitet, würde dieser folglich über Nacht in das Heizsystem einfließen, das durch den Schamottekern einen Teil der Energie konserviert. Die daraus resultierende Wärme würde dann an die Umgebung verteilt werden - vor allem in den Morgen- und Mittagsstunden des nächsten Tages.

Häufige Verwechslung: alle feuerfesten Steine wären Schamotten

Im Volksmund hat es sich vielmals eingebürgert, pauschal alle feuerfesten Steine als "Schamotte" zu bezeichnen, auch wenn das genau genommen falsch ist. Feuerfeste Steine können auch aus anderen Baustoffen und mit anderen Produktionsverfahren hergestellt werden. Zum Beispiel Glaskeramik, welches ebenfalls häufig genutzt wird, wenn auch nicht im Zuge von Heizsystemen.

Mitunter wird auch der traditionelle Speckstein als Schamotte bezeichnet. Jedoch ist auch das nicht richtig. Speckstein kam früher tatsächlich häufiger in Heizsystemen zum Einsatz, da auch dieser die Wärme konservieren kann. Das Material wird mittlerweile nicht mehr genutzt. Grund: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass dieser geringe Mengen von Asbest enthalten kann. Asbest gilt als ein giftiger Stoff, welcher unter anderem krebserregend wirken kann. Daher wurde der Speckstein durch die hier im Artikel angesprochene Schamotte ersetzt, bei welcher diese Gefahr nicht besteht.

Glühbirnen als Symbol für die Erklärung der Schamotte
© panthermedia.net / Faithie

Vorteile der Schamotte in der Praxis

Die theoretischen Vorteile gehen auch in die Praxis über. So kann der Baustoff ausgesprochen hohen Temperaturen widerstehen, solange diese einen Maximalwert von 1.400 Grad Celsius nicht übersteigen. Weiterhin lässt sich seine exakte Zusammensetzung durch die künstliche Produktion sehr genau beeinflussen, was die volatilen Faktoren reduziert, welche bei Steinen aus der Natur immer existieren würden. Trotz der künstlichen Produktion gilt Schamotte als ausgesprochen preiswert. Dadurch ergeben sich zugleich viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Gebieten.

Neben der hier angesprochenen Form der Elektroheizung und der Komponente im Inneren einer Heizung, kann der Baustoff auch in einem Kachelofen oder einem Kamin zum Einsatz kommen. Zuletzt ist er aufgrund seines hohen Widerstandes gegenüber sehr hohen Temperaturen auch bestens als Pizzastein geeignet. Zumal das Material und dessen Zusammensetzung keinerlei Gefährdung der Gesundheit darstellen.

Vorwiegend bleibt sein Einsatz in der Heizungstechnik aber innerhalb der Grenzen des Wärmespeichers. Da Schamotte ausgesprochen robust ist und das auch sein muss, findet in der Regel schlimmstenfalls ein minimaler Verschleiß statt. In der Regel muss der Kern frühestens nach rund zehn Jahren ausgetauscht werden. Dann steht mitunter aber schon ein kompletter Ersatz des Heizungssystems an.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 20. Oktober 2018

Wer selten oder wenig genutzte Räume spontan erwärmen möchte, kann einen Schnellheizer kaufen. Wir erklären, wie dieser funktioniert und warum die Geräte nicht als Alleinheizung geeignet sind. weiterlesen

Vom 13. Oktober 2018

Die Glas-Infrarotheizung ist als Heizung kaum zu erkennen. Dennoch erwärmt sie den Raum mit wohliger Strahlungswärme. Wir erklären, wie das funktioniert, welche Vor- und Nachteile es gibt und ob sie sich lohnt. weiterlesen

Vom 22. September 2018

Die Infrarot-Heizplatte wandelt elektrische Energie in angenehme Strahlungswärme um. Und zählt damit zur Direkt-Elektroheizung und ist flexibel einsetzbar. Was sie außerdem auszeichnet, lesen Sie hier. weiterlesen

Vom 14. September 2018

Wer mit Strom heizen möchte, hat viele Systeme zur Auswahl. Wir haben die wichtigsten Elektroheizungen im Test verglichen und zeigen, welche sich für den Dauer- oder de Zusatzbetrieb lohnen.  weiterlesen

News article img

Artikelbewertung