Nachteile und Vorteile der Elektroheizung

Lange Zeit war die Elektroheizung eher verpönt: sie koste zu viel im Betrieb, hat keine so gute Umweltbilanz. Daneben haben viele noch das Bild älterer Nachtspeicherheizungen im Kopf, die eher schlecht zu regulieren sind oder gar die Asbestentsorgung noch mitdenken. Doch was ist da dran? Ist die Elektroheizung wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Wir zeigen Ihnen, welche Nachteile und Vorteile Elektroheizungen haben und unter welchen Bedingungen sich eine Anschaffung lohnen kann.

Vor- und Nachteile der Elektroheizung auf einen Blick

In aller Kürze finden Sie in der folgenden Tabelle die Vorteile sowie Nachteile einer elektrisch betriebenen Heizung. Ausführlichere Informationen folgen in den Abschnitten darunter. 

Vorteile der ElektroheizungNachteile der Elektroheizung
niedrige Anschaffungskostenhohe Betriebskosten
einfache Inbetriebnahmetarifabhängige Umweltbilanz
keine Brennstoffbevorratunghohe Umweltbelastung bei Stromerzeugung
kaum Wartung notwendigeher schlechter Gesamtwirkungsgrad
große Modellvielfalt

Vorteile der Elektroheizung: Günstig in Anschaffung und flexibel im Einsatz

Bauliche Veränderungen sind für eine Elektroheizung kaum von Nöten. In der Regel reicht eine Steckdose. So müssen weder Heizungsrohre noch andere Leitungen verlegt werden. Ebenso wenig muss an einen Schornstein oder die Brennstoffbevorratung gedacht werden. Anders als bei Heizsystemen, die auf Grundlage einer Verbrennung Wärme erzeugen. Sie benötigen Abgasleitungen und mindestens einen Tank. Eine Elektroheizung kann somit in der Regel sogar selbst installiert werden.

Große Auswahl – Für jeden Geschmack und Einsatz

Die Familie der Elektroheizungen punktet mit einer großen Auswahl. Die Kaufentscheidung richtete sich nach dem Einsatzort, ob innen oder außen sowie Dauer des Betriebs und wie groß die zu beheizende Fläche sein soll. Ebenso ist die Befestigung ein Unterscheidungsmerkmal: mobile Geräte, Standgeräte, Modelle zur Befestigung an der Wand und solche, die hinter Wanddekorationen verborgen sind. 

Die einfache Inbetriebnahme und die Modellvielfalt ermöglichen einen flexiblen Einsatz, ob als Heizstrahler über dem Wickeltisch, als Infrarotheizung im Bad oder als Heizpilz auf der Terrasse.  

Frau hält in der einen Hand ein Thermostat, in der anderen Hand einen Stromstecker und lacht über die Vorteile der Elektroheizung
© Racle Fotodesign – stock.adobe.com

Elektroheizung als optimale Zusatzheizung

Diese Flexibilität macht die Elektroheizung zu einer optimalen Zusatzheizung. Das ist vor allem für wenig oder selten benutzte Räume sehr hilfreich. Dafür finden sich in den meisten Räumen eine oder mehrere Steckdosen. Sie kann auch dort sinnvoll sein, wo die Anbindung an die Zentralheizung nur sehr schwer möglich ist, wie in einem kleinen Nebengebäude, im Wintergarten oder in der Laube im Garten. Als Zusatzheizung bietet die Elektroheizung, vor allem die Direktheizung, innerhalb weniger Minuten die gewünschte Wärme. Sie beanspruchen nur wenig Platz und können vor allem als Infrarotheizungen sogar in das Interieur eingebunden werden. 

Eher kleiner Kostenfaktor bei der Anschaffung

Vor allem die vergleichsweise geringen Investitionskosten machen Elektroheizungen so attraktiv. So kosten elektrische Fußbodenheizung etwa 25 Euro je Quadratmeter. Einfache Heizstrahler oder Elektroheizkörper sind für knapp 100 Euro schon zu haben. Infrarotheizungen gibt es bereits ab 250 Euro. Nachtspeicheröfen sind etwas teurer mit 500 Euro, beheizen dafür aber häufig eher größere Räume. 

Nachteile der Elektroheizung

Natürlich existieren nicht nur Vorteile der Elektroheizung, sie weist auch Negativpunkte auf. Die Vorteile der Elektroheizung wurden bereits erwähnt und verlocken besonders bei der Anschaffung durch die geringen Kosten für die Geräte selbst. Ebenso entfallen in der Regel Kosten für die Montage und Wartung. Jedoch dürfen die laufenden Kosten nicht vernachlässigt werden. 

Elektroheizungen haben einen vergleichsweise hohen Verbrauch

Besonders hier machen sich die Nachteile der Elektroheizung bemerkbar. Elektroheizungen haben einen vergleichsweise hohen Verbrauch. Das schlägt sich zum einen in den Energiekosten wieder, zum anderen wird für die Bereitstellung des Stroms die Umwelt recht stark belastet. Denn anders als moderne Gasheizungen oder Pelletheizungen werden Elektroheizungen mit dem sekundären Energieträger Strom betrieben. Dieser wurde, bevor er in den Haushalt kommt, erst in einem Kraftwerk umgewandelt. Häufig findet das noch via Verbrennungsprozess statt. Darüber hinaus muss der Strom auch noch transportiert werden. Beides verschlechtert die Ökobilanz von Elektroheizungen massiv. 

Eine Alternative bietet Solarstrom, den Sie über eine Photovoltaik-Anlage auf Ihrem Dach auch selbst erzeugen können. Falls dies nicht möglich ist, haben Sie die Möglichkeit über einen Stromanbieterwechsel auf Ökostrom umzusteigen. 

Spezialfall: Elektrische Speicherheizungen

Die Vorteile der Elektroheizung machen sich - wortwörtlich - schnell bemerkbar, denn die Geräte heizen Räume in kürzester Zeit auf und zeigen sich sehr variabel. Ausgenommen hiervon ist die Speicherheizung, die Strom dann nutzt, wenn er preisgünstig ist: Also eher in den Nachtstunden. Ist der Tag dann doch etwas kälter oder wärmer als erwartet, bedeutet das einen unnötig hohen Aufwand oder aber Frieren. Denn sollte es kälter als erwartet sein, beziehen diese Heizungen Strom zu einem wesentlich höheren Tarif. An dieser Stelle sei zudem darauf hinzuweisen, dass die Nachttarife kaum noch angeboten werden. Das ist darin begründet, dass die steuerliche Begünstigung für Nachtstrom abgeschafft wurde. Deshalb haben die Stromanbieter diese Tarife überwiegend aus ihrem Angebot genommen. Doch auch der Gesamtwirkungsgrad sowie die Effizienz  von Nachtspeicherheizungen oder Nachtspeicheröfen ist eher kritisch zu betrachten. Kommen sie dennoch zum Einsatz, sollten sie mit Bedacht eingestellt werden. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die Vorteile von Elektroheizungen treten ganz klar hervor, wenn für einen kurzen Zeitraum ein erhöhter Heizbedarf besteht oder eher wenig genutzte Räume mit einer Heizung ausgestattet werden sollen. Beispiele hierfür sind Ferienwohnungen, Gästezimmer oder Hobbyräume. Als alleinige Heizung kann sie vor allem in Bestandsgebäude nicht punkten, da die laufenden Kosten zu hoch sind. Eine kluge Planung bei einem Passiv- oder Niedrigenergiehaus kann aber auch die Elektroheizung gut in das Konzept einbinden. 
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