Die Marmorheizung als optischer Blickfänger

Die Marmorheizung vereint die Technik eines Nachtspeichers mit dem Funktionsprinzip eines Kachelofens. Lesen Sie in den folgenden Abschnitten über die Vor- und Nachteile. Erfahren Sie außerdem, wann sich der Kauf einer solchen Heizung lohnt und auf welche Besonderheiten Sie achten sollten.

Was ist eine Marmorheizung?

Eine Marmorheizung gehört zu der Gruppe der Natursteinheizungen. Neben Marmor werden auch Granit und Schiefer als Heizkörper verwendet. In ihrem Funktionsprinzip ähnelt die Marmorheizung einer Elektroheizung, denn sie wird mit Strom betrieben.

Die Funktionsweise einer Marmorheizung

Eine Marmorheizung besteht in der Regel aus einem Heizkörper, einem oder mehreren Heizleitern und einem Heizkörperregler. Der Heizkörper wird mithilfe der Heizleiter erhitzt und lagert die so erzeugte Wärme zwischen. Mit dem Heizkörperregler wird gesteuert, wie viel der zwischengespeicherten Wärme an den Raum abgegeben werden soll. Nach demselben Prinzip funktioniert auch ein Nachtspeicherofen. Der Unterschied besteht hierbei in der Verwendung des Speichermediums. In einem konventionellen Nachtspeicherofen kommt meist eine Schamotte zum Einsatz. Im Vergleich zu Marmor hat sie ein deutlich höheres Speichervermögen, was aber mit einem größeren Ausmaß einhergeht.

Mehrere kleine Marmorplatten symbolisieren die Vielfalt einer Marmorheizung.
© StudioDin / Fotolia

Die Besonderheiten einer Marmorheizung

Herkömmliche Zentralheizungen erzeugen sogenannte Konvektionswärme. Dabei dient die Luft als Wärmeträger, die nach der Abgabe der Wärme an den Raum wieder in den Heizkörper strömt. Dieses Prinzip sorgt für starke Luftbewegungen und ungleichmäßige Warm- und Kaltluftschichten, was wiederum zur Staubaufwirbelung führt.

Die Marmorheizung funktioniert in dieser Hinsicht wie ein Kachelofen. Statt die Luft zu erwärmen, wird die Wärme durch den Werkstoff Marmor abgestrahlt. Dadurch wird weniger Luft aufgewirbelt, was vor allem für Allergiker wichtig ist. Des Weiteren wird diese sogenannte Strahlungswärme von vielen Menschen als sehr angenehm empfunden. Ein weiterer Vorteil der Strahlungswärme: Die empfundene Temperatur steigt auch dann, wenn die Lufttemperatur in einem Raum abgesenkt wird. Durch die Senkung der Raumtemperatur können wiederum Heizkosten gespart werden.

Einsatzbereiche der Marmorheizung

Die Marmorheizung lässt sich als vollwertiges oder zusätzliches Heizsystem nutzen. Dadurch, dass sie mit Strom betrieben wird, kommt Ersteres für viele Menschen nicht infrage – es sei denn, der Strom wird selbst produziert. Einige Hersteller empfehlen diese dennoch als Ersatz für Nachtspeicheröfen. Interessenten sollten sich daher bereits im Vorfeld informieren, ob sie auch den vergünstigten Nachtstrom für die neue Heizung nutzen können.

Jede Marmorplatte ist ein Naturprodukt und somit einzigartig. Auch ihre schmale Bauweise trägt entscheidend dazu bei, dass die Marmorheizung wegen ihres Designs geschätzt wird. Sie werden häufig als gestaltendes Element an der Wand montiert bzw. aufgestellt. Viele Hersteller bieten zusätzliche Beleuchtung mit Halogenstrahlern an, um die Optik hervorzuheben. Im Vergleich zu einer Direktheizung wie dem Heizstrahler erfolgt die Wärmeabgabe bei einer Natursteinheizung etwas lan02gsamer. Aus dem Grund eignen sich Marmorheizungen eher für den Wohnbereich als für das Badezimmer, wo die Wärme kurzfristig gebraucht wird.

Die Vor- und Nachteile

Wie jede Heizungsart hat auch die Marmorheizung ihre Stärken und Schwächen. Zu den Stärken dieser Heizung gehören klar die zeitlos dezente Optik sowie die sehr einfache Installation. Auch die vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten sowie die Kosten für wegfallende Umbaumaßnahmen sprechen für die Marmorheizung. Was gegen den Kauf einer Marmorheizung sprechen kann, ist der Betrieb mit Strom. Das kann sich aber ändern, wenn der Strom entweder mit einem Blockheizkraftwerk oder einer Brennstoffzelle selbst produziert wird. Im Vergleich zu anderen Elektroheizungen erfolgt die Wärmeabgabe bei einer Marmorheizung etwas langsamer. Das könnte den einen oder anderen Interessenten bei seiner Kaufentscheidung beeinflussen. Fassen wir die Vor- und Nachteile zusammen:

Vorteile einer Marmorheizung

  • Geringe Anschaffungskosten
  • Kaum Wartungsbedarf
  • Keine notwendigen Umbaumaßnahmen
  • Einfache Installation
  • Großer Anteil an Wärmestrahlung und dadurch gesundes Raumklima
  • Behaglicher Kachelofeneffekt

Nachteile einer Marmorheizung

  • Hohe Betriebskosten beim Beziehen konventionellen Stroms
  • Wärmeabgabe relativ träge
Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Eine Marmorheizung kann einen Raum nicht nur erwärmen, sondern auch optisch aufwerten. Wollen Hausbesitzer ihr Wohnobjekt komplett mit einer dieser Heizungen beheizen, müssen sie den recht teuren Strompreis im Blick behalten. Wird der Strom jedoch selbst produziert, kann sich der Kauf einer Marmorheizung gleich doppelt lohnen.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 09. Juni 2018

Die Wärmewellenheizung übergibt die Heizwärme via Strahlung an den Raum. Trifft diese auf Körper, absorbieren sie einen Teil der Wärme. Wie funktioniert das und wo kommt diese Heizung zum Einsatz? weiterlesen

Vom 06. Juni 2018

Arbeitet die Wandheizung elektrisch, lässt sie sich einfach selbst installieren. Wir erklären, wie die Technik funktioniert, wann sie sich lohnt und welche Kosten bei Anschaffung und Betrieb anfallen. weiterlesen

Vom 24. Mai 2018

Der Heizstab erwärmt mittels elektrischer Energie Wasser zum Beispiel in einem Pufferspeicher. Meist fungiert er als Ergänzung in der Heiztechnik. Dabei bietet er eine hohe Flexibilität bei Bedarfsspitzen. weiterlesen

Vom 22. Mai 2018

Wer auf der Suche nach einer kostengünstigen Zusatz- oder Übergangsheizung ist, findet im Ölradiator eine interessante Möglichkeit. Wir erklären, wie die Elektroheizung funktioniert und was sie kostet. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung