Der Elektroboiler sorgt für warmes Brauchwasser

In vielen Haushalten erzeugt eine Zentralheizung, inklusive Speicher, das Warmwasser. Wenn das aber nicht möglich ist oder die Wege bis zur Abnahmestelle zu weit entfernt sind, ist der Elektroboiler eine effiziente und häufig genutzte Alternative. Er arbeitet mit Strom und stellt genau dort Warmwasser zur Verfügung, wo es benötigt wird - bedarfsgerecht.

Funktionsweise und Merkmale eines klassischen Elektroboilers

Das kalte Wasser wird ganz gewöhnlich aus der Leitung entnommen und anschließend vom Elektroboiler erhitzt. Dieser hat wiederum eine Ausgangsleitung für eine oder mehrere Abnahmestellen. Solche Boiler können das Wasser fast bis zum Siedepunkt erhitzen. Deshalb empfiehlt es sich, an den Abnahmestellen eine Mischbatterie zu verbauen. So werden zu heiße Temperaturen und im schlimmsten Fall sogar Verbrennungen vermieden. Zur Erhitzung dient Strom als Energiequelle, welcher Heizstäbe im Inneren des Elektroboilers antreibt. Damit ähnelt das Gerät, grob betrachtet, einem klassischen Wasserkocher in der Küche.

Bild zeigt eine Hand, die den Elektroboiler einstellt. 
© brizmaker / Shutterstock.com

Moderne Boiler haben eine zusätzliche Dämmung

Bezeichnend für den Elektroboiler ist der Umstand, dass vor allem preisgünstige oder ältere Geräte auf eine zusätzliche Dämmschicht verzichten. Das Wasser wird also erst dann aufgewärmt, wenn es benötigt wird. Danach kühlt es ab und muss später erneut erhitzt werden. Moderne Geräte kombinieren den Boiler noch mit einer zusätzlichen Dämmung. Dadurch bleibt das erhitzte Wasser über längere Zeit warm, was langfristig die Energieeffizienz verbessert.

Fassungsvermögen und Wartung

Elektroboiler kommen in vielen unterschiedlichen Größen. Kleinere Modelle können um die fünf bis zehn Liter Kaltwasser erhitzen. Das reicht aber nur für einzelne Abnahmestellen aus, bei denen nicht viel warmes Wasser benötigt wird. Für mehrere Abnahmestellen empfehlen sich stattdessen größere Boiler mit einem Fassungsvermögen um die 80 Liter. Mit diesen können Sie beispielsweise Wasser in der Küche, dem Bad und dem Gäste-WC erhitzen.

Schwerwiegende Verkalkungen führen mitunter zu einem Totalausfall

Aufgrund der Erhitzung über die Heizstäbe benötigt ein Boiler regelmäßige Wartung. Denn diese könnten über die Jahre von Kalk befallen werden, was dann wiederum die Effizienz stark reduzieren würde. Besonders schwerwiegende Verkalkungen führen mitunter zu einem Totalausfall des Gerätes. Dieses müsste dann wahlweise komplett ersetzt oder zumindest gänzlich neue Heizstäbe spendiert bekommen. Die Wartung eines solchen Boilers wird immer durch einen fachlich ausgebildeten Installateur vorgenommen, welcher mit den Gefahren bestens vertraut ist.

Vor- und Nachteile von einem Elektroboiler

Ein großer Vorteil zeigt sich beim flexiblen Einsatz von dem Boiler. Da lediglich Strom benötigt wird, welcher ohnehin vorhanden ist, sind Sie nicht auf fossile Brennstoffe oder bereits gelegte Leitungen angewiesen. Eben aus diesem Grund kommt das Gerät häufig dann zum Einsatz, wenn eine Zentralheizung nicht existiert. Vorteilhaft ist ebenso, dass die Elektroboiler in vielen unterschiedlichen Größen verfügbar sind. Sie können den benötigten Platz besser einplanen und das Gerät auf Ihren individuellen Bedarf ausrichten. Zudem lassen sich solche Boiler mit Solarkollektoren kombinieren. Dabei erzeugen diese dann (einen Teil vom) Strom, der für den Betrieb des Gerätes unabdingbar ist.

Boiler ist abhängig vom Strom

Nachteile zeigen sich aufgrund der Kopplung an die Strompreise. Denn bei Strom handelt es sich um einen sekundären Energieträger, die Preise sind im Vergleich zu Gas und Öl entsprechend hoch. Zugleich benötigen die Geräte zwangsweise eine Wartung. Diese sollten Sie nie selbst durchführen. Die Beauftragung des Fachmanns ist mit Kosten verbunden. Nachteilig könnte eine fehlende Dämmung wirken. Denn die Effizienz des Gerätes fällt dann nie so hoch aus, wie bei einem Boiler mit Dämmung. Diese gedämmten Elektroboiler sind aber teurer in der Anschaffung. Entscheidend bei der Effizienz-Frage ist immer, wie viele Abnahmestellen es gibt und wie viel Warmwasser Sie insgesamt benötigen. Als Ergänzung kann sich ein Elektroboiler häufig lohnen. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Der Elektroboiler erzeugt dann Warmwasser, wenn dieses gebraucht wird. Er ist günstig in der Anschaffung und vielseitig einsetzbar. Da er jedoch mit Strom betrieben wird, sollte im Vorfeld gut überlegt sein, wo Sie den Boiler einsetzen möchten und wie viel Warmwasser dieser bereitstellen muss.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Artikelbewertung