Elektrische Fußbodenheizung: Funktion, Vorteile und Kosten

Die elektrische Fußbodenheizung wird immer beliebter. Doch ihr Grundprinzip ist bei Weitem keine Modeerscheinung. Bereits im alten Rom wussten die Menschen die Wärme aus dem Boden zu schätzen. Doch anders als damals gibt es die Möglichkeit, die Fußbodenheizung über Strom zu betreiben. Dabei sind grundsätzlich zwei Prinzipien für diese Art der Elektroheizung zu unterscheiden: die (Teil-) Speicher sowie die Direktheizung. Doch wie funktioniert das genau? Und welche Vorteile ergeben sich daraus?  

Elektrische Fußbodenheizung: Speicher- vs. Direktheizungen

Wie oben gezeigt, sind bei der elektrischen Fußbodenheizung zwei Prinzipien zu unterscheiden. Die Art und Weise, wie hier jeweils die Wärme erzeugt und an den Raum angegeben wird, bestimmt jeweils den Aufbau der beiden Varianten. Beiden gemein ist, dass sie die Wärme gleichmäßig über eine große Fläche abgeben. Ein wesentliches Unterscheidungskriterium besteht darin, dass die Teilspeicherheizung ausschließlich mit gespeichertem Nachtstrom arbeitet. Doch die entsprechenden Stromtarife existieren heute in dieser Form nicht mehr. Aufgrund dessen zählen die Teilspeicherheizungen nunmehr zu den Auslaufmodellen. Wesentlich häufiger wird die elektrische Fußbodenheizung heutzutage als Direktheizung betrieben.

Verlegung einer Elektrischen Fußbodenheizung
© jörn buchheim / Fotolia

Fußbodenheizung elektrisch betreiben mit dem Prinzip der Teilspeicherheizung

Teilspeicherheizungen beziehungsweise Elektro-Flächenspeicherheizungen besitzen einen höheren Aufbau, da der Estrich zugleich eine Aufgabe als lokaler Wärmespeicher innehat. Sie arbeitet mit dem etwas günstigeren Nachtstrom. Nachteile zeigen sich vor allem während des Tagesverlaufs. So wird über Nacht viel günstiger Strom eingespeist, wodurch sie am Morgen noch sehr warm ist, zum Abend hin aber kontinuierlich Wärme verliert. Bis sich der Speicher in der Nacht schließlich wieder auffüllt und der Kreislauf erneut beginnt. Es muss wie auch bei anderen Nachtspeicherheizungen tagsüber nachgeheizt werden und das zu einem weitaus teureren Stromtarif. Folglich handelt es sich bei dieser Art der elektrischen Fußbodenheizung um eine Mischung aus Speicher- und Direktheizung. 

Direktheizungen - Die einfache Variante der elektrischen Fußbodenheizung

Direktheizungen besitzen, einen wesentlich niedrigeren Aufbau. Ein Speicher ist hier überhaupt nicht notwendig, um Wärme bereitzustellen. Sie nutzen sowohl Nacht- als auch Tagstrom. Der Fußbodenbelag lässt sich auf die Heizträger entweder aufkleben oder kann freischwimmend untergebracht werden. Für die elektrische Fußbodenheizung sind Direktheizungen heutzutage das Mittel der Wahl.

Aufbau elektrischer Fußbodenheizungen

Grundsätzlich besteht eine elektrisch betriebene Fußbodenheizung aus einer Heizmatte oder Heizfolie. Beiden gemein ist ihr simpler Aufbau. Denn sie vereinen eine Trägerschicht mit Heizkabeln oder -bändern. Durch diese Leiter fließt elektrische Energie. Dabei bildet sich ein hoher Widerstand, der auch als Heizwiderstand bezeichnet wird. Der wiederum Wärme erzeugt.

Im Detail besteht eine Heizmatte aus einem Heizkabel auf einem Trägergewebe. Dabei kann diese fest mit dem Untergrund verklebt werden. Bei der Variante der Direktheizung wird diese auf den vorhandenen Estrich aufgebracht. Der Fußbodenbelag kommt dann direkt darauf. Eine (Teil-)Speicherheizung zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass der Aufbau höher ist, da noch eine Schicht Estrich aufgetragen wird, welche die Wärme über Nacht speichert und dann über den gesamten Tag verteilt abgibt.

Die Heizfolie besticht im Gegensatz dazu durch ihre Graphitschicht, die sich auf einer Polyesterfolie befindet. Der Strom wird in diesem Falle über Kupferbänder geführt. 

Wo kommen elektrische Fußbodenheizungen bestenfalls zum Einsatz?

Da elektrische Bodenheizungen anders als die Warmwasser-Fußbodenheizungen mit Strom betrieben werden, eignen sie sich nur in wenigen Fällen als alleinige Heizung. In der Regel kommen sie als Zusatzheizung in kleinen bis mittelgroßen Räumen zum Einsatz. Grund ist in erster Linie der vergleichsweise hohe Strompreis. Hier lohnt es sich, Anbieter zu vergleichen oder auf selbstproduzierten Strom durch eine Photovoltaik-Anlage zurückzugreifen. Eine Ausnahme bilden Niedrigenergiehäuser, in denen der Bedarf an Raumwärme gering ist.

Darüber hinaus kommen elektrische Fußbodenheizungen immer häufiger bei einer Modernisierung zum Einsatz, bevorzugt im Bad oder Wohnzimmer. Weitere Informationen und Tipps hierzu finden Sie im Artikel Fußbodenheizung nachrüsten

Elektrische Fußbodenheizung - Laminat oder Fliesen?

Die Installation von elektrischen Bodenheizung ist schnell und einfach. Dennoch gibt es ein paar wichtige Punkte, die beim Verlegen berücksichtigt werden müssen. Das betrifft auch den Aspekt, welche Bodenbeläge überhaupt geeignet sind und welche nicht. Grundsätzlich gilt: der Untergrund muss trocken, sauber, eben und vor allem wärmebeständig sein. Kommt die elektrische Fußbodenheizung beispielsweise direkt auf einen alten Fliesen- oder Holzboden, ist dieser im Vorfeld speziell aufzubereiten beziehungsweise zu behandeln. Dabei kann die Elektroheizung direkt in die Ausgleichsmasse oder in den Fliesenkleber verlegt werden. 

Weitere Schritte, die Sie beachten sollten, sind Wärmedämmung, Isolation und Verfugungsarbeiten. Bei Parkett, PVC, Teppich, Kork oder Laminat ist besonders auf die Trittschalldämmung zu achten.  

Eignen sich alle Bodenbeläge?

Konnten Fußbodenheizungen in der Vergangenheit ausschließlich unter Steinböden verlegt werden, ist es dank neuester Technologien nun auch möglich, Parkett oder Laminat auf einer Fußbodenheizung zu installieren. Wichtig sind hier bei immer die Herstellerangaben des Bodenbelags, ob sie sich eignen für den Einsatz auf einer elektrischen Fußbodenheizung. Prinzipiell gilt jedoch heutzutage, dass alle Bodenbeläge geeignet sind, wenn sie wärmebeständig und gut wärmedurchlässig sind. 

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass unter Holzböden wie Laminat oder Parkett in erster Linie die Heizmatten zum Einsatz kommen. Hier gilt es besonders auf die Herstellerangaben zu achten, denn die Wattleistung je Quadratmeter darf in diesem Falle nicht zu hoch sein, um Schäden am Boden zu vermeiden. Denn hier gibt es selten noch Schichten zwischen den Heizmatten und dem Laminat. 

In Abgrenzung zur Fußbodenheizung in Warmwasserbetrieb

Die Infografik zeigt die 4 gängigsten Elektroheizungen

Die elektrische Fußbodenheizung reagiert schneller als mit warmem Wasser betriebene Fußbodenheizungen. Sie besitzen zudem eine geringere Aufbauhöhe als Warmwasser-Fußbodenheizungen, da keine Rohre verlegt werden, und sind außerdem sehr robust und langlebig. Vor allem in der dauerhaften Nutzung zeigen elektrische Fußbodenheizung aber Nachteile. Die mit Warmwasser betriebene Fußbodenheizung ist hier günstiger als die elektrische Fußbodenheizung, weshalb Letztere auch nur höchst selten als einziges Heizelement genutzt wird. Bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung besteht zudem immer das Risiko von Wasserschäden oder gefrorenen Rohren, wenn Räume für längere Zeit unter der Minimaltemperatur bleiben.

Deshalb müssen mit warmem Wasser betriebene Fußbodenheizungen entweder in die Haftpflicht- oder zumindest die Hausratversicherung aufgenommen werden. Die elektrische Fußbodenheizung ist hingegen nicht versicherungspflichtig. Für die elektrische Fußbodenheizung empfiehlt es sich zudem, aufgrund des daraus resultierenden hohen Stromverbrauchs die Anbieter zu vergleichen, um einen möglichst geringen Preis pro Kilowattstunde zu erzielen.

Elektrische Fußbodenheizung: Vor- und Nachteile im Überblick

Wie bei anderen Heizungssystemen auch besitzt die Fußbodenheizung mit Strom Vorzüge und ebenso wie Nachteile. In den folgenden Abschnitten werden diese gegenübergestellt.

Vorteile der elektrischen Fußbodenheizung

Zu den Vorteilen gehört unter anderem, dass diese sich relativ einfach verlegen lässt. Aufgrund der geringen Aufbauhöhe sind spätere Renovierungsarbeiten keine Hürde, die Kosten halten sich ebenfalls in einem überschaubaren Rahmen. Da keine direkten Heizkörper genutzt werden, sondern die bereits erwähnten Folien und Matten, müssen keine Rohre gelegt werden. Durch die weitläufige Verteilung entsteht eine angenehm gleichmäßige Strahlungswärme. Wartungen sind nahezu überflüssig, ebenso wie Kamine oder Schornsteine.

Nachteile der elektrischen Fußbodenheizung

Als Nachteil muss gelistet werden, dass die vom Fußboden ausstrahlende Wärme bei einigen Menschen für Unbehagen sorgen kann. Sie eignet sich nicht bei Durchblutungsstörungen oder einer Historie von Krampfadern. Zudem ist die elektrische Fußbodenheizung natürlich vom aktuellen Strompreis abhängig - dieser verzeichnet in den letzten zehn Jahren eine klar steigende Tendenz. Als einzige Heizung ist eine elektrische Fußbodenheizung nur dann empfehlenswert in einem Niedrigenergiehaus oder einem Gebäude mit ausgesprochen guter Dämmung. 

Mögliche Kosten für eine elektrische Fußbodenheizung

Diese Frage konkret zu beantworten, ist gar nicht so einfach. Denn zunächst sind zweierlei Aspekte zu betrachten: die Anschaffungs- und die Betriebskosten. Grundsätzlich hängt der Betrieb dieser Heizung mit den Strompreisen zusammen. Diese sind im Schnitt um ein Vielfaches höher als Gaspreise oder Holzpreise. Im Jahr 2018 lag dieser Preis durchschnittlich bei rund 29 Cent je Kilowattstunde. 

Es ist demnach maßgeblich, wie lange eine elektrische Fußbodenheizung täglich in Betrieb genommen wird. Neben der Dauer ist die Fläche entscheidend. Zudem ist ausschlaggebend, welches Material verwendet wird und wie die Fußbodenheizung verlegt wird. Lassen Sie sich am besten im Vorfeld von einem Experten umfassend beraten. Denn hier kann es auch sinnvoll sein, zuvor eine Heizlastberechnung durchzuführen.

Folgende Faktoren sollten Sie also in jedem Falle berücksichtigen, wenn Sie einen Kauf einer Fußbodenheizung, die elektrisch betrieben werden soll, in Betracht ziehen:

  • Betriebsdauer
  • Fläche 
  • Material

Sie haben gut aufgepasst? Dann testen Sie ihr Wissen in unserem Quiz zur Fußbodenheizung.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die elektrische Fußbodenheizung erzeugt eine behagliche und kontinuierliche Wärme, die ein sehr angenehmes Raumklima ergibt. Zudem werden ganze Zimmer dank einer unsichtbaren Fußbodenheizung in punkto Gestaltungsmöglichkeiten wesentlich vielseitiger. Dank modernster Technologien ist die Installation einer elektrischen Fußbodenheizung mittlerweile kein langfristiges und aufwändiges Bauprojekt mehr, sondern lässt sich schnell und einfach innerhalb kurzer Zeit umsetzen. Selbst Altbauten können mittlerweile mit einer elektrischen Fußbodenheizung aufgerüstet werden.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Elektroheizung
Artikelbewertung
news-icon
Neueste Artikel