Rentabilität der Brennstoffzellenheizung: Wann lohnt sie sich?

Die Brennstoffzellenheizung funktioniert nach dem Kraft-Wärme-Kopplung-Prinzip, welches schon zur Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. Mit ihr ist es nicht nur möglich, Wärme zu erzeugen, sondern sich zugleich mit Strom selbst zu versorgen. Das rückt sie immer wieder in den Fokus von Eigenheimbesitzern. Aber geht die Rechnung immer auf oder wie sieht es mit der Rentabilität der Brennstoffzellenheizung tatsächlich aus? Lesen Sie die Antwort darauf in den folgenden Abschnitten. 

So arbeitet die Brennstoffzellenheizung

Wie bereits eingangs erwähnt, arbeitet dieses System nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK. Anders als Blockheizkraftwerke, welche mechanisch mit einem Motor betrieben werden, arbeitet die Brennstoffzellenheizung auf Basis eines elektrochemischen Prozesses, welcher im Fachjargon als "kalte Verbrennung" bezeichnet wird. Dabei werden Sauerstoff und Wasserstoff, der zeitnah aus dem Erdgas gewonnen wird, zusammengeführt. Es kommt zu einer kontrollierten Reaktion, welche einer Knallgasreaktion sehr ähnlich ist. Wie diese im Detail abläuft, erklärt die Seite zur Brennstoffzelle. Wichtig ist, dass am Ende der Reaktion Strom und Wärme entstehen. Geht es um die Rentabilität der Brennstoffzellenheizung, kommt es vor allem auf die elektrische Energie an. Denn der selbst erzeugte Strom wird zur Eigennutzung verwendet. Auf diese Weise muss weniger Strom von einem Stromanbieter bezogen werden und die Betriebskosten sinken. 

Schaubild Rentabilität Brennstoffzellenheizung
© panthermedia.net / AndreyPopov

Rentabilität der Brennstoffzellenheizung im Einfamilienhaus

Bei der Rentabilität der Brennstoffzellenheizung im Einfamilienhaus geht es um die Frage, ob sich die hohen Kosten der Technik in einem überschaubaren Zeitraum bezahlt machen. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn die Anlage für ausreichend hohe Einsparungen sorgt. Erzielen lassen sich diese über:

  • den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms
  • den Verkauf der überschüssigen elektrischen Energie

Am günstigsten ist eine möglichst hohe Eigenverbrauchsrate. Denn jede Kilowattstunde Strom, die Verbraucher aus der eigenen Anlage beziehen, müssen sie nicht aus dem öffentlichen Netz zukaufen. Aktuell spart das Kosten von etwa 29 Cent pro Kilowattstunde. Denn so hoch ist der durchschnittliche Strompreis aktuell. Für den Verkauf der überschüssigen elektrischen Energie gibt es hingegen weniger als zehn Cent pro Kilowattstunde. 

Erlöse hängen von der jährlichen Laufzeit ab 

Wichtig für die Rentabilität einer Brennstoffzelle ist eine hohe jährliche Laufzeit. Denn nur dann erzeugt die Technik viel Strom selbst. Damit das funktioniert, muss jedoch ein ausreichend großer und möglichst konstanter Wärmebedarf bestehen. Darüber hinaus kommt es auch auf eine optimale hydraulische Einbindung der Heizung an. So nimmt zum Beispiel ein Pufferspeicher thermische Energie auf, wenn im Haus gerade kein Bedarf besteht. Die Brennstoffzellenheizung kann dadurch länger laufen und mehr Strom erzeugen. 

Die Rentabilität der Brennstoffzellenheizung 

Ob sich die Investition in einer Brennstoffzellenheizung lohnt, hängt also von vielen Faktoren ab. Da sich diese von Gebäude zu Gebäude sehr stark unterscheiden können, muss ein Experte die Rentabilität einer Brennstoffzelle bei jedem Projekt individuell beurteilen. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass sich die Technik im Gegensatz zu konventionellen Blockheizkraftwerken auch in neuen Ein- oder Mehrfamilienhäusern lohnen kann. Denn Brennstoffzellenheizgeräte arbeiten mit einer höheren Stromkennzahl. Das heißt: Bei der gleichen Laufzeit gewinnen sie mehr Strom als andere KWK-Geräte. 

Anschaffungskosten und Förderung

In der Anschaffung ist, je nach Modell, Hersteller und weiteren sekundären Kosten, mit 20.000 bis 30.000 Euro zu rechnen. Sind sehr komplexe bauliche Maßnahmen notwendig, können diese Kosten sogar noch weiter ansteigen. Vorteilhaft sind jedoch zahlreiche Programme zur Förderung für eine Brennstoffzelle. Über diese gibt es Zuschüsse von bis zu 40 Prozent, durch die die Rentabilität der Brennstoffzellenheizung steigt. Um diese Förderoptionen zu erhalten, muss die Anlage selbst effizient und zuverlässig laufen. Für exakte Aussagen hinsichtlich der zu erwartenden Rentabilität einer Brennstoffzellenheizung ist aber nach wie vor der Rat eines Installateurs erforderlich.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die Rentabilität einer Brennstoffzelle ist gegeben, wenn die Einsparungen die Investitionen in einem überschaubaren Zeitraum einholen. Möglich ist das jedoch nur dann, wenn die Heizung viel Strom erzeugt, den Hausbesitzer dann zu einem großen Teil im eigenen Gebäude verbrauchen. Ein Experte kann alle Faktoren berücksichtigen und für jedes Haus ganz individuell eine zuverlässige Aussage treffen. 
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