Mit der Mikro-KWK eigenen Strom erzeugen

Mit einer Mikro-KWK-Anlage können Sie eigenen Strom produzieren. Die Geräte tragen ihren Namen nach dem Prinzip, welches sie für ihre eigene Arbeit einsetzen: die Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung. Mit einer Anlage entsteht ein effizientes Wechselspiel aus erzeugtem Strom und Wärme für die Heizung. Weiterhin sind die Geräte ausgesprochen umweltbewusst.

Die Facetten einer Mikro-KWK-Anlage

Abbildung eines Mikro-KWK

Aufbau eines Stirling-Heizgerätes mit Nutzung der KWK

Geht es um die Anschaffung einer Mikro-KWK-Anlage, spielen hierbei mehrere Faktoren mit ein. So beispielsweise die eindeutig definierbaren Vor- und Nachteile des Prinzips und einer solchen Anlage, aber auch die anfallenden Kosten, die Funktionsweise und die Umweltfreundlichkeit. Eine Mikro-KWK-Anlage eignet sich zudem nicht für jedermann. Damit verbundene Fragen sollten im Vorfeld geklärt werden, damit sich die Anschaffung einerseits aus praktischer Sicht tatsächlich nützlich macht und weiterhin möglichst schnell amortisiert.

Immer funktioniert die Mikro-KWK-Anlage wie ein klassisches Kraftwerk, nur eben in einem viel kleineren Format und mit einer kompakteren Größe. Mehrere Komponenten arbeiten dabei ineinander, um einen reibungslosen Ablauf bei der Erzeugung und der Übergabe vom Strom zu gewährleisten. So wird ein verbauter Generator durch einen kleinen Spezialmotor angetrieben. Dieser Generator ist im Gegenzug für die Erzeugung der Energie verantwortlich, welche natürlich stets höher ausfallen muss, als die zum Antrieb eingespeiste und verwendete Energie. Die meisten Anlagen können Strom mit einer Leistung zwischen 5 und 5,5 kW erzeugen.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt der Funktionsweise eines Mikro-KWK ist die Produktion von Wärme. Durch die vom Generator geleistete Arbeit entsteht automatisch auch Wärme, welche bei einer Mikro-KWK-Anlage keinesfalls verloren geht. Stattdessen wird diese aufgenommen und aktiv zum Heizen des Hauses verwendet. So findet zeitgleich eine Erzeugung von Strom und Wärme statt, wodurch überhaupt erst das effiziente Wechselspiel entsteht, welches die Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung zu so einem attraktiven Prinzip macht. Die erzeugte Wärme wird später im Übrigen durch einen Wärmetausch in den Heizungskreislauf gebracht. Es entsteht hierbei eine direkte Schnittstelle zur Warmwasseraufbereitung.

Die Vor- und Nachteile der Mikro-KWK-Anlage

Vor allem einige der Vorteile lassen sich durch die Erklärung der Funktionsweise bereits indirekt ableiten. So begeben Sie sich in eine vorteilhafte Unabhängigkeit, indem sowohl Wärme als auch Strom eigenständig erzeugt werden, ohne direkt auf den Versorger angewiesen zu sein. Nicht zwingend kann die Mikro-KWK-Anlage den anfallenden Bedarf aber vollständig decken, weshalb diese Unabhängigkeit mit etwas Vorsicht zu genießen ist. Immer arbeiten die Anlagen sehr umweltfreundlich, da sie die Notwendigkeit von Primärenergie reduzieren und somit die CO2-Bilanz verbessern. Hier spielt ebenfalls eine Rolle, dass Wärme und Strom im Wechselspiel erzeugt werden können.

Der Strom lässt sich weiterhin einspeisen, wodurch Sie eine Vergütung von Ihrem örtlichen Netzbetreiber erhalten können. Moderne Mikro-KWK-Anlagen können einen durchschnittlichen Bedarf nahezu vollständig decken – ob eine hundertprozentige Deckung möglich ist, variiert aber nach den Bedarfswerten und der Anlage selber. Wird sogar mehr Strom erzeugt, als tatsächlich benötigt wird, greift die bereits eingangs angesprochene Einspeisevergütung. Deren exakte Höhe ist gestaffelt und im KWK-Gesetz festgeschrieben. Für einen selbstverbrauchten Strom fällt die Vergütung immer höher aus, als für den eingespeisten Strom.

Als Nachteil einer Mikro-KWK-Anlage sind definitiv die sehr hohen Investitionskosten (mindestens 15.000 Euro und mehr) zu nennen. Nicht nur muss das Geld überhaupt erst vorhanden sein, auch ist die Amortisierung dadurch eher langfristig angelegt: normalerweise mindestens 10 Jahre, oft sogar über 15 Jahre. In Spitzenlastzeiten ist die erzeugte Wärme zudem mitunter nicht ausreichend, dann wird ein weiterer Zusatzbrenner notwendig. Die Anlagen selber lassen sich nur abseits der Wohnräume aufstellen, da sie einen sehr lauten und störenden Betrieb haben. Folglich muss auch entsprechend viel Platz vorhanden sein. Weil im Sommer weniger als im Winter geheizt wird, reduziert sich der Nutzungsgrad zudem in saisonaler Abhängigkeit.

Für wen eignet sich eine Mikro-KWK-Anlage?

Für Wohnungen sind diese nicht geeignet, auch weil schlicht der dafür notwendige Platz fehlt. Stattdessen sind sie vor allem für große Einfamilienhäuser oder kleine Mehrfamilienhäuser empfehlenswert, sofern diese einen hohen Bedarf an Strom und Wärme vorzuweisen haben. Einige grobe Verbrauchswerte existieren ebenfalls als Faustregel. So könnte sich eine Mikro-KWK-Anlage rechnen, wenn im Haushalt rund 60.000 Kilowattstunden Heizenergie pro Jahr benötigt werden. Das entspricht ungefähr 6.000 Litern Heizöl oder rund 6.000 m³ Gas.

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass unter den Anlagen selbstredend verschiedene Modelle mit unterschiedlicher Effizienz und Leistungsstärke existieren. Die Entwicklung dieser Anlagen gilt längst nicht als abgeschlossen. So können in naher Zukunft mitunter auch Kleinverbraucher mit einer attraktiven Lösung rechnen, um beispielsweise eher durchschnittlich große 130 m² Einfamilienhäuser effizient mit Strom und Wärme zu versorgen. Bis sich derartige Modelle bewiesen haben, bleiben die Anlagen aber vor allem für relative Großverbraucher eine Option, die zudem über das notwendige Budget zur Anschaffung verfügen.

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