KWK-Zuschlag: Vergütung für BHKW-Strom

Den KWK-Zuschlag gibt es für Strom aus einem Blockheizkraftwerk (einer Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung). Dabei ist es erst einmal egal, ob Hausbesitzer die elektrische Energie selbst verbrauchen oder in das öffentliche Netz einspeisen. Denn für beide Formen der Nutzung gibt es eine KWK-Vergütung. Wir zeigen, wie hoch diese ist und welche Voraussetzungen damit verbunden sind.

KWK-Gesetz 2017: Grundlage für den KWK-Zuschlag  

Geht es um die Einspeisung und Vergütung von Strom aus einer KWK-Anlage, kommen Verbraucher in Deutschland um das KWK-Gesetz nicht herum. Denn das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung regelt alle Voraussetzungen dafür. Es wurde bereits im Jahr 2002 eingeführt und seither immer wieder überarbeitet. Die letzte Novelle trat zum 01. Januar 2017 in Kraft und enthielt grundlegende Änderungen in Bezug auf den KWK-Zuschlag. Diese treffen vor allem Anlagen mit einer elektrischen Leistung von einem bis 50 Megawatt, für die die KWK-Vergütung nun über sogenannte Ausschreibungsverfahren festgelegt wird.

KWK-Zuschlag für Strom aus Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung“
© Joyseulay / Shutterstock.com

KWK-Vergütung: So setzt sich der KWK-Zuschlag zusammen

Wie hoch die KWK-Zuschläge für eine stromerzeugende Heizung sind, hängt grundlegend von ihrer elektrischen Leistung ab. Entscheidend ist darüber hinaus, ob Anlagenbetreiber die elektrische Energie selbst verbrauchen oder in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Insgesamt setzt sich die KWK-Vergütung aus drei Positionen zusammen:

  • dem KWK-Zuschlag aus dem KWK-G
  • dem üblichen Strompreis
  • den vermiedenen Netzkosten

KWK-Vergütung in Höhe des üblichen Strompreises  

Wer Strom aus seinem BHKW in das öffentliche Netz einspeist, bekommt diesen nicht nur gefördert. Auch die Netzbetreiber zahlen für die elektrische Energie. Wie hoch die Kosten sind, hängt vom sogenannten „üblichen Strompreis“ ab. Dieser gibt an, wie viel der Baseload- oder Grundlast-Strom an der Leipziger Strombörse kostet. Diese veröffentlicht die Werte im sogenannten KWK-Index quartalsweise. Im zweiten Quartal 2018 lag der KWK-Zuschlag dabei bei 35,98 Euro pro Megawattstunden oder rund 3,6 Cent pro Kilowattstunde.

Staatlicher KWK-Zuschlag über das KWK-Gesetz 2017  

Ganz gleich, ob Anlagenbetreiber den Strom selbst verbrauchen oder in das öffentliche Netz einspeisen: Für eine gewisse Zeit bekommen sie jede Kilowattstunde vom Staat vergütet. Wie viel Geld sie bekommen, hängt dabei von der elektrischen Leistung der Anlage und der Verwendung der elektrischen Energie ab. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Elektrische Leistung der KWK-Anlagen

Zuschlag für eingesp. Strom (ct/kWh) 

Verbrauch in eigenem Netz bei voller EEG-Umlage (ct/kWh) 

KWK-Vergütung für Eigenverbrauch (ct/kWh)

bis 50 kW844
50 bis 100 kW633
100 bis 250 kW520
250 kW bis 1 MW4,41,50
1 bis 50 MW Hier gelten spezielle Ausschreibungsverfahren------
> 50 MW3,1---0

Etwas höher sind die Vergütungssätze für selbst verbrauchen Strom in stromkostenintensiven Betrieben. Für Anlagen, die alte Geräte auf Basis von Stein- oder Braunkohle ersetzen, steigt auch der KWK-Zuschlag bei Einspeisung in das öffentliche Netz unter bestimmten Voraussetzungen um 0,6 Cent je Kilowattstunde.

Wichtig zu wissen ist, dass der Staat den KWK-Zuschlag immer nur für eine bestimmte Zeit zahlt. Relevant sind dabei die sogenannten Vollbenutzungsstunden. Diese betragen bei neuen Anlagen mit einer elektrischen Leistung von:

  • maximal 50 Kilowatt 60.000 Stunden
  • mehr als 50 Kilowatt 30.000 Stunden

Abweichungen ergeben sich aus dem KWK-Gesetz für modernisierte und nachgerüstete Anlagen. Hier beschränkt sich die Laufzeit für den KWK-Zuschlag auf 10.000 bis 30.000 Stunden.

Beispiel: Wer eine Anlage mit einer elektrischen Leistung von maximal zwei Kilowatt installiert, kann sich den gesamten KWK-Zuschlag auch vorläufig auszahlen lassen. Dabei erhalten Verbraucher pauschal vier Cent pro Kilowattstunde für 60.000 Betriebsstunden. Insgesamt also bis zu 4.800 Euro.  

KWK-Vergütung durch vermiedene Netzkosten

Wer Strom selbst erzeugt, entlastet damit die Netze der öffentlichen Versorger. Denn diese müssen die Energie dann nicht über weite Strecken transportieren. Zusätzlich zum KWK-Zuschlag erhalten Anlagenbetreiber daher auch eine Vergütung für die vermiedenen Netzkosten. Diese ist nicht generell festgelegt und liegt meist zwischen 0,1 und 2,0 Cent pro Kilowattstunde.

Technische Voraussetzungen für die Strom-Förderung  

Den KWK-Zuschlag gibt es nur für technisch ausgereifte Geräte. Kennzeichen dafür ist die Zulassung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Das Amt führt dazu Listen, in denen die entsprechenden Fabrikate aufgeführt sind.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Mit dem KWK-Zuschlag bekommen Besitzer einer Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung den selbst verbrauchten und den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom vergütet. Die Höhe der Förderung ist dabei von der elektrischen Leistung der Geräte abhängig. Die KWK-Vergütung wird abhängig von der Geräteart für 10.000 bis 60.000 Betriebsstunden gezahlt. Besitzer von Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu zwei Kilowatt können sich den KWK-Zuschlag komplett bereits nach der Installation auszahlen lassen.

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