Übersicht: Förderung für das BHKW

In Deutschland werden energieeffiziente und umweltfreundliche Heizsysteme mitsamt deren Umstellung gefördert. Das geschieht wahlweise über Kredite oder über Zuschüsse, welche an bestimmte Anforderungen geknüpft sind. Möglichkeiten für eine Förderung für das BHKW existieren sowohl auf Bundes- und Länderebene als auch kommunal und durch privatwirtschaftliche Einrichtungen. Ein Vergleich lohnt sich also.

Bundesweite Angebote als Basis-Förderung für das BHKW

Der Kauf von Blockheizkraftwerken, so der ausgeschriebene Name für die Abkürzung BHKW, wird vom Bund gefördert. Bei diesen Fördermöglichkeiten ist zu berücksichtigen, dass sich vor allem die Konditionen und Voraussetzungen regelmäßig ändern. Daher sollten Sie sich zeitnah vor der Anschaffung eines BHKWs bei den zuständigen Stellen informieren, um etwaige Änderungen frühzeitig wahrzunehmen. Trotz dessen gibt es zahlreiche grundsätzliche Bedingungen für die Förderung eines BHKW. 

Prinzipiell gibt es mehrere Anlaufstellen für die passende Förderung. Die bekanntesten Institutionen sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Daneben gibt es speziell für Blockheizkraftwerke Förderprogramme auf Landesebene. Deshalb empfiehlt es sich, vorab zu schauen, ob es in Ihrer Region noch verfügbare Fördertöpfe gibt. 

Ein gelbes Schild mit der Aufschrift Förderung steht vor einem Acker
© Holger Luck / Fotolia

BHKW-Förderung durch die KfW

Ziehen Sie eine Förderung durch die KfW in Betracht, können unterschiedliche Programme für Ihr Vorhaben passen. Die KfW zahlt entweder ein zinsgünstiges Darlehen oder einen Investitionszuschuss. Im Falle des Blockheizkraftwerkes für feste Biomasse, Biogas oder Erdwärme greift das Programm 270 "Erneuerbare Energien – Standard". Dieses richtet sich sowohl an Gewerbe, Freiberufler, Privatpersonen als auch an gemeinnützige Antragsteller, die den erzeugten Strom verkaufen beziehungsweise einspeisen möchten. Die Förderung gilt sowohl für ein Mini-BHKW als auch für ein Mikro-BHKW; allgemein werden dadurch kleine Anlagen gefördert.

Daneben ist das KfW-Förderprogramm 433 (Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle) zu erwähnen. Dies ist für die Förderung eines BHKW dann relevant, wenn eine Brennstoffzelle zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich im Gegensatz zum Kredit aus dem Programm 270 um einen Investitionszuschuss, der nach Abschluss des Vorhabens überwiesen wird. An dieser Stelle ist darauf zu verweisen, dass der Antrag vor Durchführung der Maßnahmen zu stellen ist.

Die KfW-Förderung für das BHKW im Detail

Die Förderanträge werden direkt bei der KfW gestellt und durch diese ausgezahlt. Wie oben erwähnt, müssen Sie den Antrag im Vorfeld stellen. Einen Energie-Experten heranzuziehen, ist dabei teilweise Pflicht.

  • Das Programm 270 gilt für bis zu 100 Prozent der förderfähigen Nettoinvestition. Dabei gilt die Obergrenze von 50 Millionen Euro pro Vorhaben. Der Kredit ist zu Zinssätzen ab 1,03 Prozent erhältlich und kann in Summe oder in Teilbeträgen abgerufen werden. 
  • Das Programm 433 bietet einen Investitionszuschuss von bis zu 40 Prozent, der von der elektrischen Leistung abhängig ist. Die tatsächliche Höhe richtet sich nach der Leistungsklasse der Brennstoffzelle und nach den förderfähigen Gesamtkosten. So können Sie in der Regel mit einem Festbetrag von 6.800 Euro, sowie einem leistungsabhängigen Betrag von 550 Euro je angefangenen 100 Watt elektrischer Leistung rechnen.

Bundesweite Förderung für das BHKW durch das BAFA

Das BAFA förderte bis 31.12.2020  ebenfalls Mini-BHKW Anlagen bis zu 20 Kilowatt elektrischer Leistung. Die Höhe der Förderung wurde bis dato in aller Regel jährlich angepasst und orientierte sich an der Leistung, die das Blockheizkraftwerk abrufen kann. Je höher die Leistung, desto höher auch die ausgezahlten Fördermittel. Die Förderung des BHKW erfolgte hier durch einen nicht rückzahlbaren Zuschuss. Laut BAFA können seit dem 01.01.2021 keine weiteren Anträge gestellt werden. Alle Anträge, die bis Ende 2020 eingegangen sind, können aber noch bewilligt werden. Informieren Sie sich hier individuell, wie es mit Ihrem Bewilligungsverfahren aktuell aussieht.

KWK-Vergütung für den selbst erzeugten Strom

Neben den Fördermitteln von KfW und BAFA fördert der Staat Anlagenbetreiber auch mit einer Vergütung für den selbst erzeugten Strom. Geregelt ist die Höhe im KWK-Gesetz, einem Gesetz für die Erhaltung, Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. Bis zu einer elektrischen Leistung von 50 kW gibt es dabei acht Cent für jede selbst erzeugte und in das öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde. Wer den Strom im eigenen Haus verbraucht, bekommt hingegen vier Cent pro Kilowattstunde. Die KWK-Vergütung gibt es für die ersten 60.000 Betriebsstunden. Wer eine stromerzeugende Heizung mit einer elektrischen Leistung von maximal zwei Kilowatt installiert, kann sich die Vergütung auch vorab komplett auszahlen lassen. Verbraucher bekommen dabei eine Vergütung von vier Cent pro Kilowattstunde und maximal 4.800 Euro (2 Kilowatt x 4 Cent/Kilowattstunde x 60.000 Stunden).

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Auf regionaler Ebene gibt es Alternativen für die Förderung des BHKW, die sich je nach Ländern und Kommunen teils erheblich unterscheiden können. Zudem stehen die Förderungen durch den Bund zur Auswahl. Hier sollten Anlagenbetreiber besonders auf aktuell gültige Konditionen und Anforderungen hinsichtlich des Gerätes, eventueller Hersteller und des Antragszeitraums achten.
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